Oberndorfer Tafel

Pandemie reißt Lücken im ehrenamtlichen Helferkreis – Vesperkirche in den Wintermonaten

Gruppenfoto

Neu in der Verantwortung für die Oberndorfer Tafel seitens der Trägerschaft – der katholischen Kirchengemeinde- steht Diakon Thoms Brehm als pastoraler Ansprechpartner. Er hatte zu einer Sitzung geladen, in welcher die Auswirkungen der Pandemie, die Erfassung der aktuellen Situation und die Einrichtung einer Vesperkirche als neues Projekt des karitativen Handelns auf der Agenda standen. Mit dabei, Elfriede Stoll, denn niemand ist so eng in das Netzwerk der Tafel eingeflochten, hat so viel Einsicht in die Abläufe, ist mit dem Räderwerk so vertraut wie sie. Nicht von ungefähr wird sie liebevoll als Urgestein und gute Seele der Tafel bezeichnet.  Seitens des Kooperationspartners, der evangelischen Kirche, trugen der Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, Thorsten Sosinski sowie Ursula Kühfuß mit dazu bei, den Istzustand zu beschreiben, die Arbeitsfelder zu umreißen und die Wertschätzung auszudrücken für jegliche Unterstützung, ob im persönlichen Einsatz, in finanzieller Zuwendung oder im Beisteuern von Lebensmitteln. Alle drei Mitarbeiter sprachen aus Eigenerfahrungen, was den Austausch zu einer nüchternen Beschreibung der Realität, zu einer intensiven Bitte um Mithilfe machte. Im Gespräch wurde deutlich, wie zwingend neue ehrenamtliche Mitarbeiter gebraucht werden, um die Oberndorfer Tafel am Laufen halten und diejenigen zu entlasten die dabei, aber längst an ihre zeitlichen und physischen Grenzen gestoßen sind. „Toll wie noch nie“ sei man zwar im ersten Corona-Jahr 2020 von verschiedenen Institutionen, Firmen und Privatleuten mit Spenden unterstützt worden. So habe es an der Ware nicht gemangelt, doch im Verkauf hätten viele Mitarbeiterinnen pausiert und seien zwischenzeitlich teilweise ganz ausgestiegen. Die einen konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht mit Maske arbeiten, andere gehören zu Risikogruppen und weitere wollten sich der Gefahr der Ansteckung nicht aussetzen. Leider hat sich die Schrumpfung des Personals auch auf den Kreis der Fahrer und Beifahrer ausgedehnt, welche die Ware in den überregionalen Lagern abholen und sichten. Die Pandemie hatte die Tafelleitung zu kreativen Lösungen herausgefordert. Die Kundendichte wurde auf 50% pro Öffnungstag verringert, also musste der Einkauf auf 14-tägige Verwendung abgestimmt werden. Im Lockdown hatte man drei Monate lang  Einkaufstüten gepackt, am Fenster abgegeben oder vor die Türe der Empfangsberechtigten gestellt – kontaktlos und somit auch ohne Bezahlung. Diese schwere Zeit mit den Bedürftigen zu gehen, sei nur durch ein eingespieltes, engagiertes Team möglich gewesen. Auch sie seien zu den Helden der Pandemie zu zählen, meinte Diakon Thomas Brehm, da sie ebenfalls an vorderster Front, aber in ehrenamtlicher Form, ihren wichtigen Dienst ausübten. Die Erfahrungswerte aus dem Einkaufsverhalten fließen stetig ein in ein ausgeklügeltes System, gesteuert mit der notwendigen Flexibilität. So halten ganz viele Rädchen die Oberndorfer Tafel am Laufen. Fallen Ehrenamtliche als Fahrer, in der Vorbereitung oder im Verkauf spontan aus, dann kommt Sand in das Getriebe. Deshalb spricht Elfriede Stoll auch die schnelle Reaktion auf  solche Probleme, die Verantwortung und Zuverlässigkeit des Helferteams an, was dieses spezielle Ehrenamt einfordere. Je mehr sich einbringen, desto entspannter für alle, desto weniger Engpässe. Deshalb der dringende Aufruf, das Oberndorfer Tafel-Team zu verstärken. Jeder kann entscheiden, wann und wie oft er arbeiten möchte, als Fahrer oder Beifahrer bei der Abholung der Waren, in der Vorbereitung zum Verkauf oder beim Verkauf selbst.(Kontakt: Diakon Thomas Brehm; Email:Thomas.Brehm@drs.de)

Vesperkirche im Don Bosco Haus  

Laut Diakon Brehm soll mit der Vesperkirche im Don Bosco Haus ein ganz neues Projekt starten. Von Januar bis zur Fasnet 2022 möchte man  ein von außen und innen wärmender Rückzugsraum schaffen  mit dem Angebot von „Versorgung, Beratung und Untersuchung“. Dieser neue Aspekt des sozialverantwortlichen Handelns ist völlig abgekoppelt vom Helferteam der Tafel. Diakon Brehm zeigt sich zuversichtlich, dass ehrenamtliche Helfer akquiriert werden können, da es Menschen gibt, die saisonale  Projektarbeit bevorzugen, weil die Zeiträume ihres Einsatzes  überschaubar sind.

Text und Bild Claudia Holzer-Rohrer