30 Jahre Deutsche Einheit

Die Corona-Pandemie in diesem Jahr hat und zieht immer noch die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Dennoch sei es erlaubt, am 30. Jahrestag der Wiedervereinigung einen Blick auf dieses Ereignis zu werfen.

Momentaufnahme

Denn was in den letzten 30 Jahren geschehen ist, ist doch keine Selbstverständlichkeit, sondern immer noch ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit. In diesem Jahr fällt der Tag der Deutschen Einheit auf das gleiche Wochenende wie der Erntedanktag. Gelegenheit für die tägliche Ernte wie auch für das außergewöhnliche Geschenk der Einheit zu danken. Natürlich weiß ich, dass auf mancher  Einheits-Baustelle noch gearbeitet werden muss – Dankbarkeit macht ja nicht blind –, doch immer nur das Misslungene oder noch nicht Optimale zu sehen, ist auch eine Form von Blindheit. Ich glaube sogar, dass die meisten Baustellen in Bezug auf die Deutsche Einheit in den Köpfen der Menschen sind: Unzufriedenheit, Neid, Geiz, Pessimismus, Selbstmitleid. Und Vergesslichkeit: Wie es vor der Einheit gewesen ist, als es noch eine Mauer gab, Mauertote, Familien sich nicht oder nur schwer sehen konnte und vieles mehr. Wie gut, dass vieles jetzt besser ist. Nicht perfekt, aber viel besser. Die vergangenen Monate haben aber auch gezeigt, dass andere Risse durch unsere Gesellschaft gehen: zwischen Arm und Reich, zwischen den Generationen, leider auch zwischen denen,
die nur an sich denken und anderen, die auch das Gemeinwohl im Auge haben. In den vergangenen Monaten habe ich viele Beispiele von Mitgefühl und Solidarität erlebt, aber auch unfassbare Ignoranz und Dummheit. Leider.