Es läuten alle Glocken

Wieder feiern Christinnen und Christen weltweit ein kirchliches Hochfest unter Pandemiebedingungen.

Zeichnung

Wieder haben die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet beschlossen gemeinsam die Glocken zu läuten. Wie bereits an Ostern werden auch an Weihnachten die Kirchenglocken der Stadt gemeinsam ertönen. „Uns war es wichtig gemeinsam ein Zeichen zu setzten“ sagt Pfarrerin Friederike Heinzmann aus Boll. „Gerade jetzt in den dunkelsten Tagen des Jahres und in der Zeit der Pandemie stehen wir zusammen. Gemeinsam feiern wir, dass Gott mit seinem Licht und seiner Liebe in unsere Welt kommt.“ Am Heiligen Abend werden daher um 21.00 Uhr für sieben Minuten alle Glocken der evangelischen und katholischen Kirchen in Oberndorf und den Teilorten geläutet. „Eine gemeinsame Uhrzeit zu finden, war gar nicht so einfach,“ fügt der Aistaiger Pfarrer Jeschua Hipp schmunzelnd hinzu. Schließlich wird jede Kirchengemeinde auch separat mit dem Festgeläut die Gemeinde zu Gottesdiensten einladen. Zudem wolle man wegen der Nachbarn nicht zu spät die Glocken läuten. Die Weihnachtsgottesdienste und Andachten werden im Coronajahr 2020 in ganz unterschiedlicher Weise gefeiert. Es wird digitale Angebote und Fernsehgottesdienste geben. Die Gläubigen sind eingeladen Hausandachten im engsten Familienkreis zu feiern, oder eine Zeit in den geöffneten Kirchen zu verweilen. Wo und wenn möglich, wird es in den Kirchen und im Freien Gottesdienste mit der Gemeinde geben „Für diese gelten jedoch strengste Hygienemaßnahmen und über die Homepages und Pfarrbüros wird um eine Anmeldung gebeten,“ fügt die Oberndorfer Stadtpfarrerin Dr. Kathrin Sauer an. Wenn die Kirchenglocken am 24. Dezember um 21 Uhr ertönen sind alle eingeladen die kommenden Minuten so zu verbringen, wie sie es als richtig empfinden. Mancher möchte vielleicht mit einer Kerze vor die Türe, auf den Balkon oder ans Fenster treten. Vielleicht singt der eine oder andere dann auch „O du fröhliche“ oder „Stille Nacht“, wie es in manchen Gemeinden vorgeschlagen wird. Andere möchten vielleicht lieber die kostbare Zeit mit der engsten Familie bei gemeinsamem Lachen und fröhlich Sein verbringen. Wieder andere genießen vielleicht die Wärme des heimischen Sofas und das Fernsehangebot an Heiligabend. „Uns als Kirchen in Oberndorf war es auf jeden Fall wichtig ein Zeichen zu setzen,“ so Pfarrer Schwer von der katholischen Seelsorgeeinheit Oberndorf. „Mit dem ökumenischen Geläut wollen wir alle Menschen grüßen, das „Ehre sei Gott und Frieden auf Erden bei den Menschen“ hinausklingen lassen und zeigen: gerade jetzt halten wir zusammen und sind in Jesus Christus vereint.“
Pfarrerin Friederike Heinzmann, Boll
Pfarrer Martin Schwer, SE Raum Oberndorf