Interkulturelle Woche 2020 – Marsch des Lebens - Oberndorf

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 45. Interkulturellen Woche ein.

Sie ist für die Woche vom 27. September bis 4. Oktober 2020 geplant und steht unter dem Thema „Zusammen leben, zusammen wachsen.“ Anlässlich der Interkulturellen Woche wird es eine Vielzahl dezentraler Einzelveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet geben. In den vergangenen Jahren waren das immer über 5.000 Veranstaltungen an mehr als 500 Orten. In Oberndorf hat es vergangenes Jahr Ansätze zu einer Veranstaltungsreihe vonseiten des Integrationsbeauftragten zusammen auch mit unserer Gemeinde gegeben, die im Don Bosco Haus hätte stattfinden können. Schließlich wurde das verworfen, um im nächsten Jahr, also jetzt zur Verwirklichung zu kommen. Coronabedingt wurde dieser Faden aber wiederum nicht wieder aufgenommen. Die Initiative Marsch des Lebens, in der ev.
Freikirchen verortet, führt seit über 10 Jahren auf international und weltweit Märsche durch, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Im Kontakt mit Holocaustüberlebenden erinnern sie an das geschehene massenhafte namenlose Leid, möchten einen Beitrag zur immer noch notwendigen Aufarbeitung leisten und dem Gedanken der Versöhnung Gewicht geben. Jüdisches Leben angesichts der neu aufkommenden rassistischen Gewalttaten gilt es zu schützen. Für den 4. Oktober plant die Initiative nun – corona-bedingt keinen Marsch, sondern eine Kundgebung, zu der wir einem Schreiben erhalten haben. Aus dem Wortlaut: Sehr geehrter Herr Schwer,  am 04. Oktober 2020 findet das jüdische Laubhüttenfest Sukkot statt, vergleichbar mit unserem Erntedankfest. Das möchten wir gerne zum Anlass nehmen, an diesem Sonntag auf die Straße zu geben und in einer Kundgebung unter dem Motto „Versöhnen statt Hass“ für Israel und jüdisches Leben einzustehen. Wir erleben in der Coronazeit weltweit einen dramatischen Anstieg von Rassismus und Antisemitismus, den kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wir wollen deshalb in Oberndorf ein Statement setzen für Versöhnung und
gegen Hass und Gewalt, selbstverständlich unter Einhaltung der Corona Hygienemaßnahmen der Stadt. Gerne möchten wir auch Sie persönlich sowie die gesamte Seelsorgeeinheit Oberndorf zu dieser Aktion einladen. Wir würden uns sehr über Ihre Teilnahme freuen, sehr schön für uns wäre auch, wenn Sie bereit wären, mit einem eigenen Beitrag bei diesem Aktionstag mitwirken. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses war der Ort für diese geplante Kundgebung noch nicht bekannt. Das muss dann mit der Tagespresse und unseren Veröffentlichungen bekannt gemacht werden. Ich halte es für eine sinnvolle Gelegenheit, an diesem mit dem Tag der Deutschen Einheit, Erntedank gefüllten Wochenende immer auch das Anliegen von Frieden und Versöhnung, Zusammenhalten und Zusammen wachsen und die Ablehnung von Gewalt konkret werden zu lassen und aufzuzeigen, wie lebensnotwendig eine solidarische Grundhaltung in der Gesellschaft ist. Deshalb freue ich mich, dass diese Kundgebung Anstöße dazu geben wird. Denn Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist es, auf der gemeinsamen Grundlage demokratischer Werte unterschiedliche Interessen in den Dialog zu bringen. Immer sind wir als Christen herausgefordert, Leid, Not und Schmach der Menschen an uns heranzulassen. Das verbindet alle Menschen guten Willens.

Pfarrer Martin Schwer