Osterkerze

So sieht das diesjährige Motiv unserer Osterkerze aus, angelehnt an unser Jahresthema, welches „Wie sieht´s aus?“ lautet.

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Dazu ein paar Erklärungen und Deutungen, die Ihnen weiterhelfen können:
Die Mitte bildet ein Rindenfundstück mit feinen Spuren des Borkenkäfers. Der Käfer hat Gänge gegraben. Sein Tun ist Zerstörung. Zugleich aber kann man auch bewundern, wie sie sich weiten, sternförmig ausstrahlen, wie eine Sonne. So wird das Zerstörte schließlich wieder in den Wachstumskreislauf des Lebens eingehen.
Was auf den ersten Blick ein Wirrwarr, ja „nichts“ mehr ist, bekommt beim Betrachten einen neuen Blick. Es fällt die Feingliedrigkeit auf; trotz des zerstörenden Werkes ist es „schön“, zum Staunen. Kurzum, es sind Gegensätze, Widersprüche, Elemente, die man nicht vollständig erklären kann ….
Dann sind an der Osterkerze traditionell die Wundmale zu sehen. Sie sind in Form eines liegenden Kreuzes angebracht: „Jesus fällt drei Mal unter dem Kreuz“.
Oder bezeichnet es die Last der Welt?
Die Wundmale können auch als die „wunden Punkte dieser Welt“ gedeutet werden, sie sind Beschreibungen, die uns die Frage stellen lassen: wie sieht´s aus?
So sieht´s aus für viele Menschen: verwundet und traumatisiert erleben sie ihr Dasein.
Es gibt an der Osterkerze traditionell die Jahreszahl und das Alpha und Omega: in festlichem Hoffnungsweiß gehalten, bildet das zusammen mit einem „wunden Punkt“ ein aufrechtes Kreuz: Das entspricht unserem Glauben, nach dem das Kreuz Leidens- und Siegeszeichen ist. 
Wir sehen Kreuze, Leiden, Niederdrücken, Wundmale, Verwesung und dass daraus wieder Boden und Leben wird: So kann man es sich mit Jesu Leiden, Tod und Auferstehung vorstellen.
Das ist Ostern!
Das Bild ruht auf einem hoffnungsvollen rot-gelb. Das sind die Farben der Hoffnung, aber auch von Martyrium und Blut. Das ist Leben, an das man glauben kann. 
Das eingravierte Jahresthema: „Wie sieht´s aus?“ ist Basis; sie wird immer sichtbar bleiben, solange diese Kerze brennt.
Das Blau der Weite, des Wassers, des Göttlichen stahlt aus der Osterkerze und reicht vom Himmel bis zum Wirrwarr und allem Leben und Sterben auf der Erde in die Auferstehungshoffnung hinein.
Wie es jetzt aussieht in Zeiten von Corona und wie es aussehen wird – die Osterkerze weist uns in die Zeit und wird uns das österliche Licht bringen.
Wir bieten auch wieder die kleinen Kerzen mit demselben Motiv an. Sie können sie in der Woche vor Ostern selbständig aus den Kirchen holen, wo sie an geeigneter Stelle bereit stehen. In einer Kasse können Sie den Kaufpreis einwerfen.
Diese können Sie als Verbindungszeichen zur Gemeinde zuhause entzünden.
Die Osterkerzen für die Gemeinden werden auf dieser Grundlage von den jeweiligen Gestalterinnen gefertigt. Idee und Gestaltung des Motivs: Irmhild Sellhorst
Pfarrer Martin Schwer