Unser Jahresthema 2021: Schau/t hin

Mit diesem Leitwort stellen wir wieder Zusammenhänge her.

Denn zum einen nimmt es das Motto vom für 2021 geplanten ökumenischen Kirchentag in Frankfurt auf (auch wenn zur Stunde noch niemand weiß, wie genau er dann durchgeführt werden wird). Es verbindet uns also über Seelsorgeeinheit-, Diözese- und Konfessionsgrenzen hinweg, macht uns diese Verbindungen bewusst und erlebbar. 
Zum anderen knüpft es an unser vergangenes Jahresthema „Wie siehts aus?“ an. „Sehen“ und „Schauen“. Das hat miteinander zu tun, ist aber nicht identisch.
Sehen: das ist die körperliche Möglichkeit des Wahrnehmens mit den Augen (man könnte auch sagen: Sehen ist Sein; ich bin ein sehender Mensch). Sehen tue ich, wenn meine Augen funktionieren.
Schauen heißt mehr: Es meint, bewusst etwas bemerken, es braucht dazu nicht unbedingt funktionierende Augen (Schauen ist Tun: Ich nehme etwas in den Focus, richte meine Aufmerksamkeit darauf) und sich davon betreffen lassen. Schauen nimmt wahr und geht nicht vorbei. Schauen bleibt stehen und übernimmt Verantwortung. Was wir mit „Wie siehts aus“ als Zustandsbeschreibung wahrgenommen haben, schauen wir nun mit den Augen der Möglichkeiten an: Was kann draus werden, was können wir / was wird Gott daraus machen? Wir drücken so auch unsere Überzeugung aus: Mit uns kann Gott etwas bewirken und verändern.
Ermutigt dazu werden wir durch die Schriftstelle, aus deren Umfeld das Motto genommen ist: Wir finden es in der Erzählung von der Speisung der 5000 im Markusevangelium (Mk 6). Dort steht es nicht wörtlich, es ist also kein direktes Zitat, sondern es ist Interpretation des Auftrags Jesu an seine Jünger, als sie ihn bitten, die vielen Zuhörer wegzuschicken, damit sie sich etwas zu Essen besorgen können.: „Geht und seht nach“ (was ihr habt). Damit stammt es aus einem Evangelium, das ausdrücklich Gottes Fürsorge für uns Menschen in den Blick nimmt. Schaut hin: wie wenig ihr auch zu haben meint: es genügt, dass Gott es zur Fülle weiten kann.
Da schwingt Hoffnung, Zukunft, Zuversicht mit, die Mut und Kraft zum Handeln und Durchhalten gibt.
Also: schau/t hin.

PR Helga Dlugosch