8. Mitteilung zur aktuellen Lage der Coronaepidemie – Liturgische Hinweise

Sehr geehrte Herren Pfarrer und Diakone, liebe Mitbrüder,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst,

zum ersten Mal seit Menschengedenken werden Christen in vielen Teilen der Welt das Osterfest nicht in freudig versammelter Gemeinschaft feiern. Die Osterkerze wird nicht am Feuer entzündet und die Gemeinde wird nicht gemeinsam in die hell wer-dende Kirche einziehen. Das Exsultet wird in leeren Kirchen erklingen, ebenso das Halleluja und das Osterevangelium. Dies ist zutiefst traurig und schmerzhaft. Uns wird bewusst, dass wir uns in einem Ausnahmezustand befinden, von dem noch vor wenigen Wochen niemand für möglich gehalten hätte, dass wir ihn erleben und mit-einander durchstehen müssen, umeinander besorgt und füreinander sorgend.
Und dennoch und gerade deshalb feiert die Kirche Ostern: weil Trauer und Sorge, weil Resignation und Hoffnungslosigkeit, weil der Tod in seinen vielen Formen nicht das letzte Wort haben! Papst Franziskus hat sich dagegen ausgesprochen, den Ostertermin – das Herz des liturgischen Jahres – zu verschieben. Es wird ein Oster-fest sein, das wir nie vergessen werden. Wir wollen Wege suchen, damit Menschen dieses höchste Fest der Christenheit in Freude mitfeiern können, selbst wenn sie im kleinen familiären Kreis oder ganz alleine zuhause sind. »Siehe, geschwunden ist allerorten das Dunkel«, singt die Kirche im Exsultet. Wir beten in diesen Tagen da-rum, dass die Frohe Botschaft der Auferstehung Jesu das Dunkel von Krankheit, Angst und Einsamkeit aus den Herzen der Menschen vertreibe oder doch so erleuch-te, dass unsere Hoffnung nicht erlischt.
Wir möchten Ihnen heute Anweisungen von Bischof Dr. Gebhard Fürst zur Feier der Heiligen Woche an die Hand geben. Sie nehmen auch die Anordnungen der Römischen Kongregation für den Gottesdienst auf. Damit kann aber nur ein Rahmen gesetzt werden, den die Gemeinden vor Ort auf je eigene Weise füllen müssen und dürfen. Die vielen Anregungen und Ideen, die uns jetzt schon von Ihrer Seite erreichen, zeigen uns, dass dies gut gelingen kann. Wir werden rechtzeitig über unsere medialen Kanäle Gottesdienstvorlagen für das Triduum Paschale zur Verfügung stellen.
Für die Gottesdienste von Palmsonntag und der Heiligen Woche gelten alle Regeln weiter, die wir Ihnen am 20. März (7. Mitteilung) haben zukommen lassen.

Bitte beachten Sie zwei Änderungen und einen Hinweis:

  1.  Aufgrund der verschärften behördlichen Vorschriften können bei den erlaubten nichtöffentlichen Gottesdiensten im kleinsten Rahmen zur Aufzeichnung und medialen Verbreitung (bspw. Livestream-Übertragung), nur noch maximal fünf Personen anwesend sein.
  2. Aufgrund einer Anordnung der Landesregierung gilt: Die Bestatter und das weite-re Friedhofspersonal dürfen nicht mit der Trauergemeinde und nach Möglichkeit auch nicht mit dem Geistlichen in Kontakt treten. Die Bestatter bringen den Sarg bzw. die Urne vor Erscheinen der Trauergemeinde an das Grab und ziehen sich dann zurück. Sie treten dann erst wieder ans Grab [zur Absenkung des Sarges], wenn die Trauergemeinde gegangen ist. Sollte so verfahren wer-den, muss die Zahl der Bestatter und Friedhofsmitarbeiter nicht auf die Höchst-zahl 10 (inkl. Geistlichem) angerechnet werden.
  3. Die Kirchen sollen weiterhin geöffnet bleiben (außerhalb der Zeiten der o.g. nichtöffentlichen Gottesdienste). Um diese wichtigen Orte des Gebets und der Gotteszuwendung weiterhin offen zugänglich zu halten, dürfen in ihnen keine Ak-tionen stattfinden, die als Versammlungen oder Ansammlungen angesehen werden können. Wir bitten Sie sehr, die zu beachten.

Palmsonntag

  • Auch für den Palmsonntag gelten die Ihnen mitgeteilten Regeln. Bitte beachten Sie, dass Palmprozessionen auch im Freien nicht stattfinden können.

Triduum Paschale

  • Chrisammesse / Verwendung der Heiligen Öle
    Die Chrisammesse wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die vorhandenen geweihten Öle können weiter verwendet werden. Falls nicht genügend Öl für die Feier einer Krankensalbung im äußersten Notfall vorhanden ist, ist die Segnung des Krankenöls jedem Priester möglich. Gleiches gilt, wenn zur Vermeidung von Infektionen die Notwendigkeit besteht, bei jeder Krankensalbung unbenutzt frisches Öl zu verwenden. Die Segnung des Krankenöls kann nur im Rahmen der Feier der Krankensalbung geschehen, wobei Olivenöl oder anderes Pflanzenöl verwendet werden muss. Das Gebet zur Segnung des Krankenöls findet sich im Anhang des Rituale zur Feier der Krankensakramente.
  • Gründonnerstag – Messe vom Letzten Abendmahl
    Auch an diesem Tag wird den Priestern die Möglichkeit eingeräumt, die Heilige Messe alleine zu feiern. Die optionale Fußwaschung entfällt in jedem Fall. Das Allerheiligste wird ohne Prozession in den Tabernakel gebracht, wo es verbleiben soll. Priester, die nicht die Möglichkeit haben, die Heilige Messe zu feiern, beten stattdessen die Vesper. In unserer besonderen Situation kommt der auf die Messe vom Letzten Abendmahl folgenden Ölbergandacht besondere Bedeutung zu (vgl. z.B. Gotteslob Nr. 675, 3, 6, 8). Es kann vorher jeweils ein Zeitabschnitt vereinbart werden, in dem zu gleicher Zeit verschiedene in häuslicher Gemeinschaft lebende Gruppen und Personen zuhause für sich beten. So können viele im gemeinsamen „Wachet und betet“ verbunden sein. Diese Vorbereitungen können schon jetzt beginnen.
  • Karfreitag
    Gottesdienste (Prozessionen) können an diesem Tag auch im Freien nicht stattfinden, auch nicht im kleinsten Rahmen. In die Großen Fürbitten der Feier vom Leiden und Sterben Christi ist eine weitere Fürbitte einzufügen für die Kranken, die Verstorbenen, die Trauernden und für al-le, die sich in diesen Wochen für die Versorgung und das Wohl der Menschen besonders einsetzen.
  • Osternacht
    Das Osterfeuer entfällt laut Anordnung der Kongregation für den Gottesdienst. Die Feier beginnt in der für Besucher geschlossenen Kirche mit der Entzündung der Kerze und dem anschließenden Exsultet. In der Taufliturgie wird nur das Taufversprechen erneuert. Priester, die nicht die Möglichkeit haben, die Liturgie der Osternacht zu feiern, beten das für den Ostertag angegebene Stundengebet. Die Osterkerze soll, sofern unsere Kirchen in diesen Tagen geöffnet sein können, von nun an während der Öffnungszeiten der Kirche brennen.

Die Glocken

Die Glocken unserer Kirchen sind in der Heiligen Woche von besonderer Bedeutung. In allen Gemeinden (auch dort, wo kein Pfarrer eine Messfeier alleine feiert) sollte zum Gloria an Gründonnerstag (z.B. 18 Uhr) und in der Osternacht (z.B. 21 Uhr) sowie am Ostersonntagvormittag das Vollgeläut für mindestens fünf Minuten eingeschaltet werden.

Tägliches Gebetsläuten

An vielen Orten hat sich ein tägliches Gebetsläuten um 19:30 Uhr etabliert. Wir empfehlen dies ab sofort zu übernehmen. An Karfreitag und Karsamstag sollen auch in diesem Jahr keine Glocken läuten. 
Es sind für uns alle sehr herausfordernde Tage und Wochen. Menschen um uns herum suchen Halt und Hoffnung, Sorgen und Ängste reiben auf und machen auch gereizt. Und dabei müssen wir selbst schauen wie wir mit der Situation und den Situationen zurechtkommen, machen uns selbst Sorgen um Angehörige und Freunde, kommen selbst an Grenzen unserer Contenance und müssen uns zu Vernunft und Gelassenheit rufen, uns des tragenden Grundes unseres Glaubens, unseres Hoff-nung und Liebe vergewissern.
Für alle Ihre Mühen, für alles Miteinander und Füreinander, für alle Ihre Menschlichkeit und Kreativität, für alle Ihre Menschen ermutigende und stärkende Seelsorge in den eng gewordenen Möglichkeiten danken wir Ihnen von Herzen und wünschen Ihnen Gottes Segen.

Dr. Clemens Stroppel
Generalvikar
Weihbischof Dr. Gerhard Schneider
HA VIIIa, Liturgie und Berufungspastoral

Die katholische Kirchengemeinde im Krisenmodus

Die Mitglieder des Pastoralteams sind telephonisch und per E-Mail selbstverständlich erreichbar und auskunftsbereit. KontaktdatenAls Seelsorgerinnen und Seelsorger sind wir ansprechbar und stehen Ihnen in dieser Krisensituation zur Seite.

Gottesdienste fallen aus – Beten findet statt

Das Pastoralteam der katholischen Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf gibt bekannt, dass aufgrund der allgemein bekannten aktuellen Richtlinien alle öffentlichen Gottesdienste sind bis 19. April abgesagt werden. Die Absage gilt ebenso für alle weiteren Veranstaltungen.

Die Kirchen sind geöffnet
Dem Pastoralteam der Seelsorgeeinheit ist es wichtig zu betonen: Die Kirchen sollen für das persönliche Gebet geöffnet bleiben und sind tagsüber zugänglich.
Als Orte des Gebets und der Sammlung sollen unsere Kirchen auch gerade in dieser Zeit die Möglichkeit bieten, sich mit seinen Anliegen, seiner Unsicherheit und Not dort hin zu begeben.

Weitere Informationen zur Gestaltung des Gemeindelebens in dieser schwierigen Zeit werden per Aushang, über die Presse und auf der homepage der Seelsorgeeinheit, www.se-oberndorf.drs.de bekannt gemacht.

Pfarreibüros

Die Pfarreibüros sind zu den üblichen Zeiten weiterhin telephonisch oder per E-Mail erreichbar.
Das persönliche Aufsuchen der Pfarreibüros bitten wir jedoch nach Möglichkeit zu vermeiden.

Trauungen, Taufen

Trauungen werden bis Ende Mai nicht stattfinden, heißt es in der Pressemitteilung, die der Bischof als Leiter des Krisenstabs der Diözese in Auftrag gegeben hat. 

Auch Tauffeiern sind zu verschieben,

Beerdigungen

Trauerfeiern und Requien müssen nachgeholt werden.
Beerdigungen finden weiterhin statt – unter Berücksichtigung der behördlichen Vorgaben. Die Glocken läuten auf dem Weg zum Grab.Das soll auch Nicht-Anwesende einladen, Anteil zu nehmen, obwohl sie nicht dabei sein können/dürfen. Dies war schon immer auch die Funktion des Glockenläutens und kann uns in dieser bedrängenden Zeit wieder neu bewußt werden und als sinnvoll einleuchten!

Vorlage für ein Hausgebet während einer Begräbnisfeier

Hausbesuche, Krankenkommunion…

sollen, außer bei dringlicher Notwendigkeit eingestellt werden.

Die Erstkommunionfeiern werden verschoben

Kar- und Ostertage

Für die Feier der Kar- und Ostertage werden vonseiten der Diözese Lösungen erarbeitet, die rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Der Krisenstab der Diözese Rottenburg-Stuttgart beobachtet die Entwicklung permanent und wird die oben genannten Maßnahmen gegebenenfalls der aktuellen Situation anpassen. Auf der diözesanen Homepage drs.de ist immer der aktuelle Stand der Maßnahmen abrufbar.

Kirchengemeinderatswahl

Schon ausführlich vermeldet wurde, dass die Kirchengemeinderatswahl am Sonntag 22. März stattfindet, aber ausschließlich per Briefwahl bis 16:00 Uhr.

Tafelladen Oberndorf

Der Tafelladen Oberndorf bleibt bis 22. April geschlossen.
Ehrenamtliche Mitarbeitende haben ihre Kunden in einer Sonderaktion mit vorhandenen Waren versorgt.