Schau hin: Baumfällarbeiten

Bei der eindrucksvollen Andacht, genannt „Christbaumsingen“ am Ende der Weihnachtszeit hat mich neben der Musik des Würzbürger Bläserensembles und den Beiträgen unserer Pfarrvikare Simeon und Kishore unter diesen den Abschnitt „Das Fällen des Baumes“ sehr berührt. „Er wird in den Tod gestürzt“, eine krasse Beschreibung dessen was dieser Tage geschehen ist. Ich habe genauer hingeschaut in unserem Städtle. Zuerst wurden die Baumwipfel gefällt und lagen auf dem Pflaster neben dem noch aufrecht dastehenden, aber enthaupteten Torso des einst strahlend geschmückten Christbaums. Schließlich lagen beide, bis sie weg waren.
Beim Christbaumsingen folgte dann „Es ist ein Ros entsprungen“ 
Vom in den Tod Gestürzten, so bewegen sich meine Gedanken weiter, geht doch Leben aus. Er ist zwar weg. Aber der Zerstörte wird wieder in den Wachstumskreislauf des Lebens eingehen. Das ist ein langer Weg. Aber die Rose entschädigt für die unendliche Geduld.
Unser Advent hat mit den dunklen Wolken und der hoffnugsfordernden Sehnsucht „O Heiland reiß die Himmel auf“ begonnen. An Weihnachten scheint alles erfüllt – wenn nicht dauernd alle Hoffnungen durchkreuzt würden: Corona, Kriege, Unfrieden auf Erden – unsere schrecklichen und klimaschädlichen Baumfällarbeiten.
Jedoch, der weswegen wir das alles machen, ist, obwohl gestürzt und gestorben, nicht einfach weg. Es geht nicht nur um ihn, Er will vielmehr zeigen, was denen blüht, die ihm glauben: Eine Rose. Sie hilft aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.

Pfarrer Martin Schwer