Auf die Plätze fertig los!

Der Urlaub ist vorbei, der Alltag ist da!
Die Zeichen der Zeit stehen auf Start, der Countdown läuft.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu starten:

  • Wie ein Rennläufer: Auf die Plätze fertig los und hinein in das Getriebe der laufenden Welt. Eine Möglichkeit, die sehr viel Kraft benötigt.
  • Wie ein Hektiker: Urlaub rum, Terminkalender voll, ein Meeting nach dem Anderen. die fehlende Zeit des Urlaubs muss wieder reingeschafft werden!
  • Wie ein Pessimist: Urlaub vorbei, das Leben wird mit Sicherheit nicht besser,
  • Wie ein Optimist:  Urlaub rum, jetzt fängt der Alltag mit den Herausforderungen und Aufgaben wieder an. Ich freue mich drüber!

Manchmal ist ein Schnellstart gut! Manchmal muss man sich auch der Fülle der Aufgaben, die auf einen warten stellen. Manchmal ist auch dran zu bedenken, was das Leben schwermacht.
Manchmal aber, nach der Zeit des Urlaubs und der Ruhe ist es auch dran wieder zu starten mit der Freude und Erwartung, dass jeder Tag interessant, herausfordernd und – gut werden möchte.

Vielleicht in der Haltung von Vinzenz von Paul:
„Strebe danach, dass alles, was du sagst und tust, von Herzen kommt.“

Thomas Brehm

Matthäusevangelium 18.15-20

Von den ersten Christengemeinden, noch kleinen überschaubaren Gruppen, erfahren wir, dass sie alles gemeinsam hatten, miteinander geteilt und gebetet haben.  Im heutigen Evangelium hören wir, dass es aber dort scheinbar auch schon Unstimmigkeiten gegeben haben muss. Dass es nicht jedem leicht fiel, sich an die Regeln zu halten und dass diese in den Augen der anderen als fehlerhafte Menschen, ja sogar als Sünder dastanden. Empörung war angesagt! Über diese Sünder hat man geredet und geschimpft und sich darüber mokiert, dass sie fehlerhaft sind.
Da hat sich bis heute wenig geändert. Wie oft reden wir über andere und wie oft reden wir schlecht über sie?  Vielleicht um selber besser dazustehen? Aber wie fühlt es sich denn an, wenn man erfährt, dass über einen schlecht geredet wurde? Da geht es doch jedem gleich. Man ist wütend, verletzt und traurig und beschließt, sich aus diesen Kreisen, von diesem Menschen zurückzuziehen.

Jesus hat dazu eine klare Meinung!

Bevor ihr über einen Menschen redet, sucht zunächst das Gespräch mit ihm. Versucht euren Konflikt in einem Vier-Augen-Gespräch zu lösen. Ganz oft ist dies ein guter Weg. 
Wenn nicht, hilft manchmal auch die Meinung eines Dritten, eines Moderators, der objektiv auf das Problem blicken und einen Lösungsweg vorschlagen kann. Das Ziel muss sein diesen Menschen als Freund, als Mitglied der Gemeinschaft zu behalten.
Jesus sagt uns zu immer dabei zu sein. Ich glaube, das vergessen wir viel zu oft. Gerade in schwierigen Situationen dürfen wir ihn anrufen, ihn bitten uns die richtigen Worte und Ideen ans Herz zu legen. „Wo zwei oder drei in meinem Namenversammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, sagt Jesus uns zu.

GR Birgit Müller-Dannecker

Rundumerneuerung

durch Fleiß und Verwandlung
Sonntagsimpuls 22. Sonntag i. J;  30. August

Der Mensch – nie mit sich selbst zufrieden.
Immer sind wir vom Sein- und Werdenkönnen beansprucht.

Das kann Stress machen.
Das hat die Kraft zur Erneuerung.

Da steckt auf jeden Fall Bewegung drin
und Stillstandszufriedenheit - ebenfalls eine Eigenschaft des Menschen - macht, dass wir uns schwertun mit Erneuerung.

In diese Situation des selbstzufriedenen Menschen,
die sich vom Mehr-oder-Weniger-aus-sich machen-Können nicht so gern berühren lassen, spricht der erste Abschnitt des 12. Kapitels des Römerbriefs.

Paulus schafft es, „Erneuerung“ mit „Gottesdienst“ in Zusammenhang zu bringen und befreit uns so vom Stress, als bloßer Mensch alles neu machen und alles können zu müssen.

Wir dürfen sagen, Gottes Geist verwandelt uns in der Weise, dass wir die Herausforderungen der Erneuerung in Kirche und Welt – und davon gibt es sehr Zahlreiche! – in heiliger Weise, also mit der verwandelnden Kraft Gottes in uns, also durch uns, anpacken dürfen und sollen.

Jetzt, wo die Ferien bald ausklingen, möge uns die verwandelnde Kraft Gottes bei allen zukünftigen Anstrengungen stressfrei halten, denn seine Kraft ist in uns mächtig.

Das wünscht Ihnen

Pfarrer Martin Schwer

Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.

Ein Fels ist stark und massiv,
er ragt hoch und geht tief.
Ein Fels ist robust und stabil,
standhaft zu sein ist sein Profil.

Doch was soll sein beweglich,
bleibt hierbei meist vergeblich.
Ein Fels steht im Weg,
ein Fels stellt sich quer.

Ein Fels überragt, sein Gewicht wiegt gar schwer.

Wasser ist lebendig und schränkt sich nicht ein.
Es ist fluide und fließt überall hinein,
durch Nischen oder über Flächen,
strömt es in Flüssen oder in Bächen.

Beweglich und rasant
schlängelt es sich über so manchen Rand.
In Ur- und Sintflut oder der Taufe Quell, ist es des Todes und Lebens Gesell.
Die reißende Flut droht in die Tiefe zu ziehen,
der Mangel an Wasser lässt das Leben schnell fliehen.

Die Kirche zu denken als Felsen allein, als trutzige Burg aus mächtigem Stein,
ermangelt Beweglichkeit und dem Werden im Sein. 

Die Kirche als Fels ist stabil, aber auch tot,
als unveränderlich gedacht gerät sie daher zwangsläufig in Not.
Um die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Not der Menschen zu benennen,
um im Heute zu leben und den Bedürftigen das Ihre zu geben,
bedarf die Kirche der Flut,
die in Gottes Händen ruht.

Ist die Kirche das Wasser, ist sie lebendig
nicht relativistisch, sondern in ihren Ansichten wendig.
Dabei wird nicht naiv ein Zeitgeist gepriesen, sie bleibt auf den Grund der Frohen Botschaft verwiesen.

Der heilige Geist facht die Wellen an‚ woher er kommt und wohin er weht‘ niemand sagen kann.

PA Hannah Schädel

Marias Aufnahme in den Himmel und Kräutersegnung

Am 8. Dezember feiert die Kirche das Fest der ohne Erbschuld empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Wenn Gott einen Menschen in so einzigartiger Weise erwählt und mit seiner Gnade erfüllt, dann kann sein Ende nicht geringer sein als sein Anfang. Der Weg Mariens beginnt bei Gott und findet bei Gott seine Vollendung. Wenn die Kirche den wunderbaren Beginn des Lebens von Maria feiert, muss sie auch ihre Aufnahme in den Himmel feiern. Denn was Gott anfängt, führt er auch zur Vollendung.

Am diesen Festtag, gibt es Kräutersegnung. Die Kräuter zeigen mit ihrem Duft etwas von der Lebensfülle der Schöpfung. Die Schönheit der Welt spiegelt sich in den Blumen, die Köstlichkeit in den Früchten und der verströmende Duft in den Kräutern.

Die belebende und heilende Kraft der Kräuter ist Hinweis auf das Heil, das Gott uns schenkt. Die Kräuter, die am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel zur Kirche gebracht werden, sind Zeichen der Hoffnung, weil Gott alles belebt und erfüllt und uns so zeigt: Die Ernte unseres Lebens geht nicht unter, im Gegenteil: Unser Leben – mit allem, was dazugehört – wird einmal aufblühen für immer!

Ein Impuls von Pfr. Simeon

Impuls für den 19. Sonntag, 9.8.2020

Im Evangelium von heute setzt uns Matthäus mit den damaligen Jüngern Jesu in ein kleines Boot in der aufgewühlten wilden See. Wir arbeiten und mühen uns schon viele Stunden lang, ohne wirklich voran zu kommen, die Kräfte schwinden, bald wird unser Schifflein wehrlos den wilden Gewalten ausgeliefert sein. 
In dieser Beschreibung mag mancher Situationen seines eigenen Lebens wiederfinden aus Krisenzeiten, in denen wir alle irgendwann stecken – zur Zeit vielleicht auch durch die Pandemie, die die ganze Welt in Atem hält mit ihren Folgen für so viele Bereiche unseres Lebens. 
Andere sehen darin vielleicht eine Zustandsbeschreibung der Mitarbeit, haupt- und ehrenamtlich, in unserer Kirche.
Ich bin sicher: Das Gefühl der Jünger dort im Boot ist uns nur allzu vertraut. 
Da, gegen Morgen, sehen wir eine Gestalt über das Wasser auf uns zukommen. 
Wir begreifen: es ist Jesus.
Dieser Gang Jesu über das Wasser: immer wieder ist er zum Zankapfel der Bibelausleger geworden.
Kann es wirklich um die physikalischen Möglichkeiten gehen? Etwa darum:

Der Gedanke lässt uns schmunzeln, wirklich ernst nehmen können wir ihn nicht. 
"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ hat Paul Klee gesagt, diese „Kunst der Auslegung“ ist gefragt.
Mit ihr begreifen wir: Jesus kommt vom Berg, auf dem er gebetet, seine Beziehung zu Gott gefestigt hat. Er ist sich nun gewiß, dass Gott ihn trägt. Nicht die Wellen sind es also, die ihn halten, sondern das ungetrübte Vertrauen in den, den er „Vater“ nennt. 
Und Petrus, der ihm nahe sein will, und von Jesus dazu aufgefordert – man könnte auch sagen: berufen, gerufen wird: „Komm, steig mit ein in dieses Vertrauen“, er verlässt das Boot und geht auf den Herrn zu. Solange er ihn im Blick behält, ist alles gut.  So wie bei mir, wenn ich, die ich große Höhenangst habe, in den Bergen über einen schmalen Steg balancieren muss.  Solange ich denen entgegenschaue, die mich erwarten und nicht nach unten, wo die „Gefahr“ lauert, solange schaffe ich es, Fuß vor Fuß zu setzen. Solange ich es schaffe, im „Meer der Angst“ meine Blickrichtung auf Jesus zu halten, solange geht alles gut.
Ich bin sicher, jeder von uns wünscht sich, dass er das immer könnte. Und irgendwie ahnen wir, dass der Petrus auch in uns steckt und der Blick auf die Sorgen und Gefahren uns lähmt und versinken lässt.
Wie gut, dass das Evangelium uns versichert: sogleich packt uns dann die rettende Hand.
„Ich bin da“ - diese Zusage Gottes an Moses und das Volk Israel, fassbar geworden im Menschen Jesus, sie gilt jedem von uns in allen Stürmen; ich bin da, ich werde euch retten.
Sie gilt auch für die ruhigen Zeiten, für die freie Zeit. 
Deshalb wünsche ich Ihnen, dass Gott Ihnen in diesen Ferientagen auf vielen Wegen zuruft: „Komm, begegne mir!“: in den stillen Momenten beim Sonnenuntergang, in der frohen Runde beim Viertele Wein oder einem kühlen Bier, in der erfüllenden Ruhe in einer Kirche, im Lesen eines anregenden Buches oder im unbeschwerten Spielen und Toben und Kind werden mit den Kleinen.

PR Helga Dlugosch

Bleib in Bewegung! Gedanken zum 02.08.2020

Auf einem alten Spruchkartenkalender konnte ich dieser Tage lesen: Unser Leben ist ein Unterwegssein, ein Wandern und Wandeln!“. Ferner ist es die Erinnerung und Ermutigung an uns selbst: Sei achtsam auf dem Weg deines Lebens! Wenn Du eine Wanderung unternimmst oder einen Spaziergang, dann lädt es Dich auch ein: Achte einfach mal auf jeden deiner Schritte. Dann wirst Du spüren, dass Wandern ein wesentliches Bild unseres Lebens ist.
Wir könnten auch sagen: „Wir gehen uns frei von allem, was uns bindet und festhält.“ Wir gehen immer weiter. Wir bleiben nicht stehen. Gerade auch in unsicheren Tagen und Zeiten. Gott sei Dank gehen wir weiter und bleiben nicht stehen. Diese Spruchkarte lädt uns außerdem ein: zu Wandern und uns zu Wandeln. Dieses Wandern und Wandeln schafft neue Freiräume, Wir sind bereit mit jedem Schritt uns zu wandeln und frei zu gehen. Wandern wird uns außerdem auch wandeln, wenn wir uns bewusst werden: Wir gehen auf ein Ziel hin. Ein Berg liegt vielleicht noch vor uns aber mit jedem Schritt kommt das Ziel oder der Gipfel näher. Die Sonne blinzelt bereits schon hinter den Gipfeln ein bisschen hervor. Die ersten Schritte sind bereits gemacht. Wandern wandelt Gedanken vom Alltagstrott ab und macht unsere Blicke und Sinne frei. Im Urlaub und der Erholung schafft Wandern neue Gedanken auf das Kommende hin, vielleicht auf das neue Schul- oder Geschäftsjahr. Wandern schafft somit neue Hoffnung und neuen Mut. Wandern läßt Träume zu und schafft Freiräume, neue Wege zu gehen, für neue Hoffnungen und Perspektiven.

Ich lade sie ein: Nehmen wir uns die Zeit zum Wandern und Wandeln in diesen Tagen und bleiben wir in Bewegung in der Hoffnung auf ein Ziel hin, das auch uns mit einem Funken Freude und Sonne im Herzen belohnen darf!

Das wünscht Ihnen Pfarrer Rudolf Deiß

Lass die Sonne rein!

Der bzw. die da drüben ist aber toll, das wäre ich auch gerne….
Ohne Brille, ohne Zahnspange, mit Locken fände ich mich viel besser…
Ich würde so gerne Gitarre spielen können, sportlicher sein und manchmal etwas mutiger….

Oder

Es ist Sommer, aber in Urlaub fahren ist nix…
Die Abstandregeln sind nicht cool, möchte anderes erleben….
Lebenssituationen sind schwierig und lassen mich nicht zur Ruhe kommen…

Solche Gedanken haben wirklich fast alle Menschen auf der Welt!
Vier davon haben diese Gedanken so bewegt, dass sie ein Lied daraus gemacht haben:

„Lass die Sonne rein“ von den „Fantastischen Vier“

Jemand hat Schluss gemacht, der Urlaub ist geplatzt, der Job ist weg und das Konto ist leer. Mit diesen Aussagen steigen die Fantastischen Vier in Ihren Song ein. Alles gute Gründe, um zu verzweifeln. Gründe, die die eigene Existenz erschüttern. Und als ob das noch nicht reicht, geht es weiter im Lied mit Zeilen wie: keiner mag mich, der bzw. die da drüben ist viel toller.
Die Antwort der Band auf all diese Gründe zu verzweifeln ist: Locker bleiben und trotz allem positiv denken.
Letztlich: Lehn dich zurück und – Lass die Sonne rein“!
Nun das ist ziemlich leicht gesagt. Vielleicht braucht es mehr, um die trüben Gedanken zu vertreiben. Mehr, um den Blick auf das Gute und Heitere unseres Lebens zu lenken. Vielleicht braucht es eine Portion Mut, Lustiges zu machen.
Oder:  Wie „Die Fantastischen Vier“ es sagen, einen Trick:
„Sag: […] Pop poppeldipoppeldiPOSITIV!“
Immer wieder zu unserer Lebensfreude zurückzufinden, das ist nicht nur ein Wunsch, den wir hoffentlich für uns selbst haben. Das ist auch Wunsch, den Gott für uns Menschen hat, wie in der Bibel steht.

Im Buch Jesus Sirach heißt es:
Mein Kind, wenn du imstande bist, pflege dich selbst,/ soweit du kannst, lass es dir gut gehen!

Schöne Ferien!

Thomas Brehm (inspiriert von „Mit Rock und Pop durchs Kirchenjahr“)

4 Schritte, um die richtige Balance zu finden

(Ein Impuls von Pfarrvikar Kishore Basani)

„Wer Ohren hat, der höre!“

Willi Hofsümmer erzählt in einer seiner Kurzgeschichten von einem Pfarrer, der an einem Sonntag eine sehr schöne und die Menschen beeindruckende Predigt gehalten hatte. Alle freuten sich auf die Predigt vom kommenden Sonntag und waren sehr erstaunt, dass der Pfarrer wieder genau dasselbe erzählte. So ging es noch vier Sonntage lang. Immer die gleiche Predigt. Die Leute regten sich auf und fragten den Pfarrer, warum er seit 6 Wochen immer dasselbe predige. Der Pfarrer antwortete ihnen: Weil ihr immer noch genau so lebt wie vor 6 Wochen. Wenn ihr das in die Tat umgesetzt habt, was ich gesagt habe, dann sage ich euch etwas Neues.“
Ich finde diese Geschichte passt gut zum heutigen Evangelium.

„Das Gleichnis vom Sämann“ Mt 13, 1-9 – vom Wachsen des Gottesreiches -

Jesus stellt seinen Zuhörern damals und heute das Bild des Aussäens vor Augen. Dabei schildert er, was geschehen kann, wenn ein Bauer Saatgut auf seinen Acker trägt und Körner ausstreut.
Da kommen die Vögel und fressen davon.
Da liegen Steine herum und verhindern die Einwurzelung des Samens.
Da ersticken Dornen und Unkraut das Aufblühen des Samens.
Und trotzdem bestellt der Bauer jedes Jahr wieder neu seinen Acker. Denn er hat die Erfahrung gemacht, dass ein Teil der Saat auf guten Boden fällt und aufgeht und Frucht bringt. Darauf vertraut er. Und darum sät er großzügig, zuversichtlich, vertrauensvoll.

Wir dürfen Jesus, als Verkünder des Wortes Gottes, als diesen Sämann betrachten. Das Erdreich symbolisiert im Gleichnis das Herz des Menschen. Es kommt darauf an, „guter Boden“ für das Wort Gottes zu sein für seine vielfältigen Impulse, Anstöße und Signale im Alltag. Es kommt darauf an, achtsam wahrzunehmen, bereitwillig aufzunehmen, darüber nachzudenken und das Gehörte dann in die Tat umzusetzen. Jesus lädt uns ein, an der Verwirklichung des Gottesreiches mitzuarbeiten. Wenn wir seine Frohe Botschaft hören und uns jeden Tag neu bemühen, sie in die Tat umzusetzen, fallen seine Worte auf fruchtbaren Boden. Ich denke, dies war auch die Botschaft des Pfarrers aus meiner Eingangsgeschichte.

„Wer Ohren hat, der höre!“- und setze das Gehörte in die Tat um!

GR Birgit Müller-Dannecker

PANDEMIE

Immer noch und noch lange wird uns die Pandemie beherrschen.

Beim Lesen der Schrifttexte für diesen Sonntag denke ich an PANDEMIE.
„Pan“ heißt „ganz“ und „alles“ – Demie, da steckt das griechische Wort Demos=Volk drin, wie z. B auch in Demokratie.
Die Pandemie beherrscht alles Volk, die ganze Welt. So ist es und diese Erfahrung machen wir in den täglichen Nachrichten.

Warum ich auch beim Lesen der Sonntagstexte für den 5. Juli an Pandemie denke, will ich präzisieren:

  • Zum einen ist mir nicht egal, dass Corona zwar hoffentlich so allmählich im Schwinden ist, was die Lockerungen begründet. Aber es ist nicht zu leugnen, dass die Welle weiterwogt und zunehmend über Länder und Landstriche herfällt, die weniger Vorsorge treffen können und hilfloser allem ausgeliefert sind. Vielleicht sind andere auch einem zunehmenden Desinteresse des Restes der Welt ausgeliefert, nachdem wir so lange mit ausführlichen Infos, Statistiken und Expertenmeinungen gefüttert worden sind.
  • Ein zweites weckt mir Pandemiegedanken und zwar nehme ich eine PANDEMIE DES FRIEDENS wahr, wenn der Prophet Sacharja vom König erzählt, der demütig auf einem Esel reitet und dessen Herrschaft „von Meer zu Meer“ reicht also „pan“=gar alles umfasst. (Sach 9,9f)

In dieselbe Richtung gehen meine Pandemiegedanken angesichts des Evangeliums (Mt 11,25-30) mit dem bekannten Satz „kommt alle (= pantes) zu mir ich will euch erquicken“
Diese PANDEMIE DES FRIEDENS, des Sanften und Guten ist uns Christen eingeimpft. Hoffentlich werden wir und bleiben wir immun gegen alles, was Frieden, Egoismus und Demokratie gefährdet.

Pfarrer Martin Schwer

Entgrenzung der Solidarität und Liebe

Die Stelle im heutigen Tagesevangelium sorgt bei LeserInnen häufig in einem ersten Moment für Irritation. Dort heißt es: "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig."

Was soll dies  bedeuten?

Ist die Liebe zu Mutter und Vater oder auch jene zu Sohn und/-oder Tochter für Jesus nicht von Belang? Sollen wir gar jene, die wir lieben, nicht lieben? Wer über die Stelle stolpert, entdeckt bei einem zweiten, intensiveren Blick, dass Jesus auf gar keinen Fall die Liebe zu unseren Liebsten verunglimpfen will. An gleich mehreren Stellen in der Heiligen Schrift verweist Jesus auf die Gesetze und mit diesen eben auch auf die alttestamentarische Forderung "Vater und Mutter zu ehren", kein Jota, so betont der Herr, soll vom Gesetz gestrichen werden. 
Nicht rein zufällig lautet es daher an dieser Stelle: "Wer Vater oder Mutter mehr lieb als mich, ist meiner nicht würdig." Entscheidend ist genau jene Einschränkung. Doch was mag sie bedeuten? Ist Jesus im Letzen eifersüchtig? Genügt es ihm nicht, dass man ihn im Verbund mit vielen anderen liebt? 

Ich denke schon, es kommt darauf an, mit "wie viel" anderen. Denn es geht Jesus um die Frage, wer alles in die Liebe, die wir in seiner Nachfolge erbringen, einbezogen wird. Deutlich wird dies im folgenden Vers 42: "Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt [...]". Diese Stelle nimmt vorweg, was im 25. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus noch weiter ausgeführt wird. Wer Hungrigen zu essen gibt, wer Nackte bekleidet, Fremden Obdach gewährt und Durstige tränkt, ihnen also den Becher frischen Wassers reicht, der tut dies dem Herrn höchstpersönlich. "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40). Für Jesus geht es daher nicht um ein eifersüchtiges, ja gar geiziges Sparen an der Liebe, es geht um eine Entgrenzung der Solidarität und Liebe.    

Vater und Mutter, Sohn und Tocher dürfen, ja sollen wir also lieben. Über diese Grenzen hinaus bedeutet eine Liebe des Herrn jedoch auch, dass wir all jenen unsere Zuwendung widmen müssen, die uns fern stehen, fremd, eventuell sogar unbeliebt sind.
Man könnte also hierin eine Aufforderung dazu lesen, den Herrn mehr zu lieben als all jene Menschen, die uns viel bedeuten und in ihm eben jede und jeden Geringsten.

Hannah Schädel

Wie sieht's aus? Abschließende Sonntagsgedanken im Sommer.

Wie sieht's aus? Pfingstmontag

Wie sieht's aus? Pfingsten

Es geschah vor vielen Jahren: Ein Mensch hatte sich einen Fernseher gekauft. Der Techniker kam, stellte den Apparat auf und erklärte alles, die verschiedenen Kanäle, die Programme, die beste Stellung des Apparates, er erklärte, wie die Antenne funktionierte – er erklärte alles. Es gab nichts, was nicht erklärt worden wäre. Nur eines vergaß er, aber davon später.
Am Abend lud der Mann dann seine ganze Nachbarschaft ein. Alle sollten bei der Einweihung dabei sein. Er räumte das Wohnzimmer leer, stellte die Stühle ordentlich hin. Der große Augenblick war gekommen. Er bat um Ruhe, drückte auf den Knopf und setzte sich auf einen Stuhl. Alle blickten voller Erwartung... die Zeit verging. Ja, das muss so sein, Leute, der Techniker hat gesagt, die Röhren müssten erst warm werden, das dauert etwas. Sie warteten zwei Stunden. Nichts geschah. Alle gingen nach Hause, voller Enttäuschung, der Fernseher ging nicht. Denn der Stecker war nicht in der Steckdose.
Quelle unbekannt

Eine Geschichte von Pfingsten?
Wir Menschen sind keine Fernseher – aber so, wie der Fernseher eine Energiequelle hat, so doch auch wir Menschen.
Für Christen ist eine Energiequelle der Heilige Geist – unerschöpflich, stark, klimafördernd, ökologisch, überall vorhanden, nicht umsonst, aber auf jeden Fall für den Nutzer Gewinn bringend.
Aber anschließen, den Stecker, das müssen wir schon tun. Sonst bleibt der Bildschirm leer, sonst starren wir in die Röhre, und das Programm Gottes, die Sache Jesu, kann nicht laufen: Komm, Heiliger Geist!

PR Helga Dlugosch

Vater ich vertraue sie Dir an, denn sie sind mir sehr wichtig und wertvoll!

Immer wieder in Gottesdiensten, Andachten, Gebeten, haben auch wir die Gelegenheit Menschen beim Beten zuzuhörenoder selbst mitzubeten. Wie wohltuend ist es auch, wenn  es einem selbst nicht danach ist und man nicht die Kraft zum eigenen Gebet hat, wenn man einfach mal ankommen kann, dasein und zuhören kann, wenn man weiß, andere beten auch für mich. In Letzter Zeit habe ich das auch beobachtet bei unseren Angeboten in der Seelsorgeeinheit: Bei der Eucharistischen Anbetung, beim Taize- Gebet am Donnerstag Abend, beim Stundengebet: Laudes und Vesper,  Wie im Evangelium, wo wir ähnlich wie die Jünger von damals die Gelegenheit haben bei einem Gebet zuzuhören. Bei einem ganz besonderen Gebet, dem Gebet des Sohnes mit dem Vater, Die Jünger des Abendmahlsaales und wir sind zu diesem „Hörendürfen“ dieses besonderen Gebetes eingeladen worden. Einer der wenigen Stellen in den Evangelien neben dem Vaterunser, in dem uns ein so inständiges Gebet Jesu mit dem Vater begegnet. „Vater, alles, was mein ist, ist auch Dein, ich vertraue sie Dir an!  Ein sehr rührendes und fürbittendes Gebet. Jesus betet nicht nur für sich und die Jünger, sondern auch für uns!!! Die Verbundenheit mit ihm und dem Vater gibt Sicherheit und Geborgenheit, die wir ja auch gerade in diesen Tagen von Krisen und Corona besonders brauchen. Habt dennoch Vertrauen! Ihr seid mir sehr wichtig und wertvoll!

Das wünscht Ihnen allen
Pfarrer Rudolf Deiß

Der Heilige Geist im Stein

Ich sehe Steine,
verschiedene Farben, unterschiedliche Funktionen
alt und neu:
zu Pfeilern gefügt, die eine ganze Kirche stützen und halten.
Sockelsteine, gezeichnet von Wind, Wasser und Wetter.
Kieselsteine abgerundet am Rand der Fundamente.

Stufensteine und Betonsteine
sorgen für den Aufstieg:
Stufenweise oder   m e t e r l a n g
immer geht´s
aufwärts.

Ziel und Tür noch verborgen.
Ich kann mich festhalten,
und mich führen lassen.

Ein Geländer.
für den Aufstieg
und im Abstieg.

Du Heiliger Geist bist du wie ein Geländer
hältst mich
führst mich

nicht zu fest

Du bist ein Geist der Freiheit

Du Heiliger Geist rundest Steine
millionenlang schwebend über den Wassern;
eckst an, wo wir allzu rund.

Du Heiliger Geist
mit Händen, die handeln,
kraftvoll, kunstvoll, liebevoll, geduldig.

Du Heiliger Geist
Leben für unser Leben.
Weg für die Gebrechlichen
Aufstieg zu Gott.
unsichtbare Tür ins Haus Gottes.
Dort will ich dem Herrn singen und spielen solange ich da bin.
Du Heiliger Geist, Hinkehr zu einer Welt
deren Angesicht du erneuerst. (vgl. Ps 104)

Pfarrer Martin Schwer

Pfingsten

Gottes Geist kam über die Jünger.
Ein mächtiges Rauschen erfüllte den Raum, Feuer zerteilte sich und ließ sich auf den Köpfen der Jünger nieder.
Ängstliche, sprachlose Menschen verwandelten  sich in begeisterte Redner und trafen damit mitten ins Herz ihrer Zuhörer. Ungefähr 3000 Menschen ließen sich an diesem Tag in Jerusalem taufen und begründeten damit die erste Christengemeinde.
So erzählt uns die Bibel vom Pfingstwunder, das wir 50 Tage nach Ostern feiern. Sie erzählt von einem Geist, der ansteckt und begeistert, der antreibt und Geschichten eine neue gute Wendung gibt. Sie erzählt von einem Geist der manchmal unsanft, nicht vorhersehbar, unvermittelt, stürmisch und machtvoll ist. Ein Geist, der Zeichen setzt, die Konse- quenzen haben.

Wo begegnet uns dieser gute Geist Gottes heute in unserem Alltag?

Vielleicht lässt sich Gottes Geist am ehesten dort entdecken, wo Neues aufbricht. Wo Unruhe sich breit macht gegen Ausbeutung und Machtmissbrauch. Wo lebendige und menschliche Lösungen gesucht werden gegen Hass und Hetze. Wo neue kreative Ideen entwickelt werden  gegen die Ausbeutung und Verschmutzung unserer Erde. Wo Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn zunehmen, erfreulicherweise gerade jetzt unter Covid 19.  Überall dort, wo Menschen, angetrieben vom Heiligen Geist, bewusst oder unbewusst Liebe in die Welt bringen.

Wir brauchen Pfingsten und den Heiligen Geist, um jedes Jahr den Blick für neue geistvolle Aufbrüche zu schärfen und sie selber zu wagen.

Birgit Müller-Dannecker
Gemeindereferentin

Für was brenne ich?

Nachts wache ich auf,
weil ich geträumt habe.
Ich träumte von dem
was mich gerade umtreibt.
Am Fenster stehe ich und schaue in Garten.
Mein Blick fällt auf den Grill,
es ist noch ein wenig Glut zu sehen.
In wenigen Stunden wird das Feuer aus sein.

Ich frage mich:
Für was brenne ich?
Oder verbrenne ich eher?
Für was lohnt es sich zu brennen?
Kann es sein, dass mein inneres Feuer auch erlöschen kann?
Ich möchte nicht, dass bei mir das Feuer verlöscht.
Deshalb rufe ich dich an, Heiliger Geist.
Sei du in mir, brenne in mir!
Entflamme mich und sei in meinen
Visionen und Wünschen bei mir.

Thomas

Frei werden

In letzter Zeit entdecke ich im Internet immer wieder Videos, die von Aussteigern handeln und/-oder von Minimalisten, die sich von ihren Sachen befreien und/-oder in kleine Gebäude, sogenannte „Tiny“-Häuser ziehen. Diese Menschen machen sich frei von einem Konsum, der weithin das bestimmende Diktat dieser Welt zu sein scheint. Sie sagen Nein zu einem Konsum der Befreiung und Glück verspricht, in Wahrheit aber nur Unterwerfung bedeutet und ein endloses „Laufen im Hamsterrad“. Kauf dies und Du wirst schön sein, erwirb jenes und Dir wird der Erfolg winken – Der Markt preist uns in der Werbung allerlei an, was uns zur abschließenden Glückseligkeit zu fehlen scheint.

Wenn ich mich hingegen an Jesus ausrichte, dann ist für mich ein durch den Geist der Freiheit bestimmtes Leben möglich: „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17)

Frei sein. Frei werden.
Corona-Zeit.
Eine Zeit des Überdenkens.
Eine Zeit des In-sich-Kehrens.
Eine Zeit, den Heiligen Geist in meinem eigenen Ich aufzuspüren und auf sein Stimme zu lauschen.
Eine Zeit, mich nicht ablenken zu lassen, sondern den Schatz von Freiheit und Kreativität schätzen zu lernen.

Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Der Reichtum, der Konsum, das Haben-wollen? Oder das Vogelgezwitscher, das Lachen eines Menschen, meine Leiblichkeit, das Dach über dem Kopf?
Vielleicht auch das Bewusstsein dafür, dass ich in Deutschland leben darf und daher bei einem Blick auf die Lage in anderen Teilen der Welt im Übermaß versorgt bin?
Ich möchte loslassen von dem „Zuviel“. Ich brauche nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich strebe danach Erfüllung zu finden durch ein Abgeben der Dinge.
Damit ich letztendlich wieder besser Gott und den Heiligen Geist spüren kann.

Damit ich frei sein kann!

Hannah Schädel

Wie sieht's aus? Sonntagsgedanken zum 7. Ostersonntag

,,Gott lässt uns nicht allein!"

Die Feier der Himmelfahrt Christi war in den ersten Jahrhunderten mit dem Pfingstfest verbunden. Seit dem vierten Jahrhundert entwickelte sich ein eigenständiges Fest. In ganz Deutschland bleiben an diesem Feiertag Büros und Geschäfte geschlossen, denn Christi Himmelfahrt ist ein katholisches Hochfest und ein gesetzlicher Feiertag. 
Christi Himmelfahrt ist für Katholiken, orthodoxe Christen und in der anglikanischen Kirche ein Hochfest, an dem die Rückkehr Jesus zu seinen Vater im Himmel gefeiert wird. 
In den drei Tagen vor dem Feiertag gibt es in katholischen Gemeinden Bittprozessionen. Die Prozessionen führen mit einem Kreuz über die Felder, wobei um eine gute Ernte gebeten wird. Darum wird die Himmelfahrtswoche mancherorts Gangwoche, Betwoche oder Bittwoche genannt.  
In Deutschland wird an Christi Himmelfahrt zugleich der Vatertag gefeiert. In einigen Gebieten treffen sich die Männer an diesem Tag in geselliger Runde auf das eine oder andere Bier. Der Trend geht allerdings dazu, den Vatertag als Familientag zu begehen - oder überhaupt nicht.

Natürlich, in Leben gibt es immer wieder einmal Situationen, wo man sich allein gelassen fühlt - von den Menschen um uns genauso wie von Gott. Daher sagt Jesus: ich muss zwar gehen, aber ich lasse euch nicht allaine zurück.  Der Vater wird euch an meiner Stelle einen anderen Helfer geben, der für immer da sein wird. Können wir uns eigentlich vorstellen, dass dieser Helfer und Geist in uns wohnt? Deshalb die Frage: Wenn der Heilige Geist in mir ist, was ist dann in mir anders? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, möchte ich kurz auf das Wort eingehen, das Jesus hier gebraucht: Es ist ein Wort, das auch mit Tröster, Beistand oder Fürsprecher übersetzt werden kann. Das Wort sagt also mehr als nur ,,Helfer".

Der Heilige Geist tröstet, wenn wir uns alleine fühlen. Er erinnert uns an die Zusagen Gottes. Er bekräftigt das Zeugnis, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind. Der Heilige Geist ist auch wie ein Rechtsanwalt. Er tritt kompetent für uns ein, wo wir mit unserem Latein am Ende sind. Eine ganz wichtige Aufgabe des Heiligen Geistes ist also, dass er an die Worte Jesus erinnert. Auch heute möchte der Heilige Geist uns führen. Durch Corona-Virus Krisen, Instabilitäten jeder Art und durch die Ungewissheit, was morgen sein wird. Der Geist ist eine positive Kraft, eine Energie, eine Eingebung zu mehr Phantasie, Kreativität und Lebensjahung. Der Geist ist der Art und Weise, wie Gott bis heute in der Welt anwesend ist und wirkt. 

Liebe Gemeinde, in unsere Situationen, bete ich zu Gott, den Heiligen Geist,  der das Gehörte Wort in unsere Herzen schreibe, so dass wir es annehmen und glauben und uns seiner freuen. Amen.

Pfarrvikar Ifedili Simeone

Wie sieht's aus? Sonntagsgedanken zum 6. Ostersonntag

Durch Maria zu Jesus

"Als Jesus dort seine Mutter und den Jünger, den er liebte, in der Nähe stehen sah, sagte er zu ihr: 'Die Frau hier ist dein Sohn', und zu dem Jünger: 'Hier ist deine Mutter'. Von da an nahm dieser Jünger sie mit in sein Haus." (Johannes 19,26-27)

Der Monat Mai ist eine gute Zeit, um sich an Maria zu erinnern. Jesus gab uns seine Mutter. Er gab sie uns kurz vor seinem Tod. Am Kreuz war Maria nicht nur die Mutter von Jesus, sondern auch die Mutter der Kirche. Sie ist diejenige, die uns sehr nahe ist, sie ist immer gegenwärtig, um uns zu helfen, den Weg zu Jesus zu zeigen. Durch Maria beten wir zu Jesus. Maria hatte das gute Herz, Gottes Willen zu akzeptieren und sich als liebende Mutter so gut sie kann um Jesus zu kümmern. Als unsere Mutter kümmert sie sich in gleicher Weise um uns. 
Maria achtet auf uns, sie tritt für uns ein, sie geht auf Jesus zu, wie sie es bereits auf der Hochzeit Kana tat, als es zu wenig Wein für die Gäste gab. Sie ist in der Tat ein Licht zur Zeit der Finsternis. Sie ist unsere geistliche Begleiterin, wenn unser Leben unruhig und unser Glaube erschüttert wird. Während dieser Korona-Krise bitten wir sie, all unsere Sorgen, große und kleine, zu Jesus zu tragen.
Der Monat Mai lädt dazu ein, den Rosenkranz besonders für und mit unseren Kindern zu beten. Wenn wir den Rosenkranz beten und sagen: "Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade", sind wir wie kleine Kinder, die zum Gehen die Hand ihrer Mutter nehmen müssen. Wir vertrauen darauf, dass sie uns helfen wird, mit Jesus zu gehen.
In der gegenwärtigen tragischen Situation, in der die ganze Welt Beute von Leid und Angst ist, fliegen wir zu dir, Mutter Gottes und unserer Mutter, und suchen unter deinem Schutz Zuflucht.
Pfarrvikar Kishore Basani

Wie sieht's aus? Sonntagsgedanken zum Muttertag.

Alles hat bekanntlich seine Zeit, lassen wir uns die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht nehmen!

Gedanken zum 06.05. 2020

Ein alter und weiser Indianer hat einmal zu einem erfolgreichen Geschäftsmann gesagt: „Ihr habt die Uhren und die Mechanik erfunden und wir dagegen die Zeit!“
Zeit ist Geld, so hört man oftmals sagen. Doch momentan ticken die Uhren ja ganz anders. Wir können zur Zeit sagen, Gesundheit ist Geld oder Gold wert! Da haben wir einerseits viel Zeit, da wir viel Zeit aus gesundheitlichen Gründen zuhause verbringen müssen, um uns und andere vor Krankheiten zu schützen.
Wir sehnen uns aber umso mehr danach, wieder mehr Zeit für Gemeinsames, für Gottesdienste, für Feste und Feiern, für Sonne, Urlaub und Reisen zu haben. „Die Seele braucht Feste!“ sagte einmal der Autor und Benediktiner Anselm Grün. „Die Seele braucht Feste!“gibt uns einen Funken Hoffnung, auf bessere Zeiten, auch wenn wir immer noch Tauffeiern, Erstkommunion, Firmung, Hochzeiten, … größere Feste, aus gesundheitlichen Gründen absagen oder zumindest zurückstellen müssen. Lassen wir uns dennoch von dem Mut und der Weisheit dieses oben erwähnten Indianers Hoffnung geben. Nehmen wir uns die Zeit und geben uns gegenseitig die Hoffnung auf bessere Zeiten!

Das wünscht Ihnen Pfarrer Rudolf Deiß

Den Sonntagsgedanken zum Hirtensonntag

Erster Mai

Als kleines Mädchen und als Jugendliche habe ich den 1. Mai zweigeteilt erlebt: Am Morgen marschierte ich, anfangs an der Hand von Papa, im Zug der Gewerkschafter mit und sang aus voller Kehle: „Brüder, zur Sonne zur Freiheit, Brüder zum Lichte empor. Hell aus dem dunklen Vergangenen leuchtet die Zukunft hervor“, das Lied der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung. 
Am Nachmittag kniete ich neben Mama in der Kirche und sang genauso inbrünstig: „Patronin voller Güte uns alle Zeit behüte.“ in der Maiandacht.

Lange waren das für mich 2 ganz getrennte Veranstaltungen. Und erst im Lauf der Jahre fand ich durchaus auch das Verbindende, das Ergänzende – nicht nur in meinen Eltern, sondern auch in den jeweiligen Grundhaltungen.
Bei der Kundgebung am 1. Mai geht es doch darum, gesellschaftspolitische Fragen in den Mittelpunkt zu stellen und an die Öffentlichkeit zu bringen, die der Verbesserung der Lebensbedingungen und des gesellschaftlichen Miteinander vor allem der „Kleinen Leute“ dienen.
Und Maria rufen Christen aus dem gleichen Grund an: Sie erflehen ihre Fürbitte, besonders im Mai, wo draußen alles grünt und neu zu wachsen beginnt, damit „wachsen“ möge: Nicht nur in der Natur, sondern auch erfülltes gelingendes Leben, da wo Nöte spürbar werden.
Auch die Überzeugung der Gewerkschafter, dass durch Solidarität und gemeinsames Handeln und Anpacken sich viel erreichen lässt und die Überzeugung, dass Manches eben nicht allein in unserer Hand liegt und Hilfe „von oben“ zu erbitten, gehört für mich als Christ zusammen.

Beides finde ich auch in der augenblicklichen Situation nötig und hilfreich. Und Gott sei Dank darf ich auch beides erleben.

PR Helga Dlugosch

Ostern im Alltag

Der Alltag hat uns wieder. In den täglichen Nachrichten sind Existenz- und Zukunftsängste der Menschen bestimmend.
Das ist Alltag: Das Leben geht weiter, die täglichen Aufgaben bestimmen ihn. Die Belastungen sind da und es scheint, dass die Menschen ihre Situationen alleine aushalten müssen.
Für die täglichen Sorgen, Ängste und Nöte der Menschen liegt das Kreuz in der St. Michaelskirche vor dem Altar. Ostern hat die Kreuze im Leben der Menschen nicht weggeschafft. Die Sorgen, die Mühen sind noch da, wie vorher!
Und doch hat sich die Situation grundlegend verändert: Beim Kreuz steht die Osterkerze. Alles, was in unserem Alltag geschieht und passiert, was Menschen erleben und durchmachen müssen wird hell im Licht der Auferstehung. Mein Glaube ist, dass alle Menschen in ihren Lebenssituationen vom Auferstandenen begleitet sind. Sie sind nicht allein!

Jesus ist das Licht in den Dunkelheiten des Lebens, besonders in dieser schwierigen Zeit von Corona.

Wenn wir beim täglichen Morgengebet in der Kirche auf das Kreuz und die Osterkerze schauen, dann bringen wir alle Anliegen der Menschen im Gebet vor Gott und so sind wir auf diese Weise miteinander verbunden.

Diakon Thomas Brehm

Den Sonntagsgedanken zum 3. Ostersonntag

Entfesselnde Mittwochsgedanken

Mittwoch - mitten in der Woche, Rück- und Vorausblick halten sich die Waage.
Im Rückblick die fast „stillstehende“ Zeit, aber auch Ostern mit dem Aufbruch ins Leben.
Daraufhin lief vieles zu. Die Osterwoche habe ich wie eine Mitte, wie einen einzigen - allerdings sehr ungewöhnlichen - Festtag erlebt. Täglich die Osterkerze, brennend in der St. Michaelskirche von Laudes über Sext bis zum abendlichen Vespergebet.
Und jetzt ist Mittwoch.
Den Rest der Woche machen schon Planungen aus.
Ich wende mich von der Mitte hin zu der so ungewissen Zukunft. Jetzt bin ich bereits stärker von dem geprägt, was nach dem Fest kommt:

Alltag, Arbeit, Schule.

Zugleich sehe ich, wie wenig hier „normal“ sein wird. Alles muß „neu erfunden“ werden.
In der Apostelgeschichte (Apg 5,17-26) lese ich heute: 
19Ein Engel des Herrn aber öffnete nachts die Gefängnistore, führte sie heraus und sagte:
20Geht, tretet im Tempel auf, und verkündet dem Volk alle Worte dieses Lebens!

Entfesselnde Mittwochsgedanken finde ich, sind das:
usstieg aus dem Bisherigen und der Beginn von Neuem und kein Rückfall in das, wie es einmal war.
Auch keine Sackgasse, wo es nicht mehr weitergeht, sondern ziemlich mutmachend lebendig!

Pfarrer Martin Schwer

Den Sonntagsgedanken zum Weißen Sonntag im Video

Der Herr ist mein Hirt
Gedanken zum Psalm 23

Der Herr sorgt für mich.
Warum sollte ich mir Sorgen machen?

Er stillt meinen Hunger von Seele und Herz.
Er speist mich nicht ab,
gibt mir, was ich zum Leben brauche,
wenn alles andere mir zwischen den Fingern zerrinnt.
Er gibt mir Wasser, das den Durst löscht,
den Durst nach erfülltem Leben.

Wo immer er mich hinführt:
Er gibt mir Kraft und einen sicheren Schritt.

Er zeigt mir den Weg
Durch die vielen Angebote, die mich locken,
die lauten und leisen Stimmen um mich
das Gewühl der Meinungen und Ideen.

Und wenn es dunkel wird,
wenn ich krank bin,
und den Tod fürchte –
und deine Hand verloren habe,
fürchte ich doch nicht, dich zu verlieren.
Du wirst mich tragen.

Denn ich bin sein Gast auf seiner Weide
mehr noch: seine Freundin, seine Schwester, sein Kind.
Dort kann ich sein, solange ich lebe.
Und wenn ich sterbe,
ist seine grüne Aue für mich bereit.

PR Helga Dlugosch

Wenn alles um uns und in uns dunkel zu sein scheint, dann ist es gut eine Kerze anzuzünden. Sie erhellt die Finsternis. Sie gibt uns eine Ahnung von Auferstehung Christi, dem Licht der Welt. Im Schein der Kerze ist es oft leichter zu Hause beten: 
Gott, du kennst uns doch. Wir brauchen dein Licht. Erleuchte du das Dunkel in unserem Herzen und Leben. Stärke in uns den Glauben, dass du bei uns bist. Dann können wir weitergehen auf meinem Weg.
Ein eindrucksvolles Licht-Erlebnis wird uns jedes Jahr in der Osternacht geschenkt, wenn die brennende Osterkerze in die dunkle Kirche und Leben getragen wird und der Liedgut erklingt: Lumen Christi! - Deo gratias! Auch die eigene Osterkerze in unserem Hause und Leben wird zum Symbol für den auferstandenen Herrn. Er will in uns den Tod, die Sünde und das Leid überwinden und uns ewiges Leben schenken.
Der Auferstehung Jesu und dem Ostererlebnis seiner Jünger im heutigen Evangelium  (Johannes 21,1-14) geht der Ostereier, das Erleben der eigenen Ohnmacht, voraus. So manche Pläne und Hoffnungen wurden durchkreuzt. Der Blick auf Auferstehung Christi heutzutage legt mir die Frage vor: Glaube ich, dass sein Kreuz und seine Auferstehung Licht in mein Leben bringen können? Die Antwort ist: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil..." (Ps, 27,1).

Pfarrvikar Simeon 

Vater unser

Wenn ich allein und einsam bin und daran denke, dass Gott immer bei mir ist, wenn ich mich freue, dass ich gesund bin, dass ich arbeiten, singen und leben darf, bete ich:

Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name.
Wenn ich sehe, dass in der Welt nicht alles in Ordnung ist, dass es Kriege, Krankheit und Unrecht gibt, dass aber trotzdem viele Menschen Hoffnung haben: Es wird einmal besser werden, bitte ich:

Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Wenn ich im Fernsehen miterlebe, wie die Armen Hunger leiden, wie die Flüchtlinge in elenden Lagern leben und wie Menschen alles tun, ihnen zu helfen, rufe ich zu Gott:

Unser tägliches Brot gib uns heute. 
Wenn ich spüre, dass weder Große noch Kleine, dass niemand alles richtig machen kann, dass ich sogar mit meinem Freund in Streit gerate, bete ich: 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. 
Wenn ich erlebe, dass es mir manchmal Freude bereitet, andere zu ärgern und ihnen weh zu tun; wenn ich mitbekomme, wie Menschen teuflisch gefoltert und ermordet werden, bitte ich:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Wenn ich Gott danken möchte für alles, was ich bin und kann, wenn ich ihm sage möchte, dass ich auf ihn vertraue, weil er unsere Sorgen kennt, und weil er die ganze Welt in Händen hält, rufe ich ihm zu:

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gemeindereferentin Birgit Müller-Dannecker

„Die Pest“

„Wie hätten sie da an die Pest denken sollen, welche der Zukunft, dem Reisen und dem Gedankenaustausch ein Ende macht? Sie glaubten sich frei, und keiner wird je frei sein, solange es Geißeln der Menschheit gibt.“
(Albert Camus)

Diesen Satz schreibt Albert Camus in seinem Buch „Die Pest“. Ein Buch, das von einer hereinbrechenden Pandemie – die zugleich eine Schablone für das Erwachen des Nationalsozialismus sein sollte – berichtet, so wie wir sie heute selbst miterleben! In der heutigen Zeit denken wir oft, dass wir alles im Griff haben. Wir haben Medizin, wir haben Forschung, wir haben Macht über unseren Planeten Erde, wir können machen, was wir wollen. Wir selbst werden nicht betroffen sein, wir selbst werden nicht „heimgesucht“. Wie falsch diese Einschätzungen sind, sehen wir gerade an den neuesten Ereignissen.
In den philosophischen Überlegungen der Gegenwart, z.B. bei Scobel auf YouTube, wird deutlich, dass nicht nur diese Zeit eine Zeit der Ungewissheit ist, sondern dass diese Ungewissheit schon immer da war und auch in Zukunft da sein wird. Wir aber versuchen dieselbe durch alles Mögliche – Geld, Brot und Spiele, Erfolg, Urlaub, Sex, Drogen, Arbeit – zu überdecken, allerdings rumort die Ungewissheit immer im Hintergrund. Und in dieser Hinsicht wird sich auch nach der Krise nichts ändern!
Mir fällt hierzu immer das Bild vom „Tag des Menschensohnes“ in Matthäus Kapitel 24 ein. Zwei Männer arbeiten auf dem Feld, der eine wird mitgenommen, der andere darf bleiben. Jener ist so sehr mit seinem Alltag beschäftigt, dass er nicht merkt, worauf es wirklich ankommt!
Nicht, dass ich hier das Fass eines apokalyptischen Weltunterganges aufmachen möchte, aber während der Mensch nicht alles in der Hand hat, vergisst er schnell, dass sein Handeln immer auch Folgen haben wird. Die Entstehung von Pandemien kommt nicht von ungefähr! Menschen rauben den Wildtieren ihren Lebensraum, diese wiederum kommen näher in unseren Lebensraum und übertragen Krankheiten. Ebenso entstehen Resistenzen aufgrund der Massentierhaltung. Die noch größeren Krisen – wie der Umsturz im Klima – stehen allerdings noch aus. Dabei sind Tote gleich Tote, so Scobel. Momentan sterben mehr Menschen an Auswirkungen unseres gewohnten Verhaltens als an den Coronavirus. Auswirkungen, die durch den Klimawandel verursacht werden, wie ein ansteigender Meeresspiegel, Hitzetoten in Deutschland (ca. 2000 bis sogar teils 6000 Menschen pro Jahr!), Verbreitung von Krankheiten durch Erhöhung der Temperatur wie auch Tote durch Luftverschmutzung aufgrund des zu hohem Aufkommens von Luftverkehr.

„Was bedeuten hundert Millionen Tote? Wenn man den Krieg mitgemacht hat, weiß man kaum, was ein Toter ist. Und da ein toter Mensch dann etwas wiegt, wenn man ihn tot gesehen hat, sind hundert Millionen über die Geschichte verstreute Leichen nichts als Rauch in der Einbildung.“ (Albert Camus)

Möglicherweise, so Scobel, haben wir jetzt die Chance realistischer zu werden und entdecken jetzt, was wirklich wichtig ist, nämlich das, was wir so lange vergessen haben:

„Die Bedeutung des einzelnen Lebens.“

Pastoralassistentin Hannah Schädel

Wasser und Ei als Quelle für Leben und Weiterleben!
Gedanken zum 14.04. 2020

Ein beliebter Osterbrauch ist das auch das Schmücken eines Osterbrunnens zum Osterfest. Dieses feierliche Oster- Ritual kam ursprünglich sogar aus dem Fränkischen, aus Bayern.
Das Schmücken des Osterbrunnens ist jedoch inzwischen auch in anderen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Dieser Brauch ist ja auch in einigen Teilgemeinden unserer Seelsorgeeinheit beliebt, wie in Epfendorf, Talhausen, Harthausen, …
Beliebte Osterdekorationen dafür sind vor allem auch viele bunt bemalte Ostereier, die häufig in Form einer Krone angeordnet werden.
Ein wichtiger Grund für das Schmücken des Osterbrunnens als der Dorfquelle liegt wohl auch darin, den Dorfbrunnen als einen wasserspendenden und lebenswichtigen Bestandteil einer Gemeinde zu ehren und seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck zu bringen. Wasser steht für Leben, ebenso die zahlreichen Ostereier, Eier stehen ja auch für Fortpflanzung und Leben.
Jesus Christus spricht ja auch von sich selbst als die Quelle des Lebens. Durch seine Auferstehung ist er für uns zur Quelle des ewigen Lebens geworden. Denn nicht nur in früheren Zeiten sicherte ein gefüllter Brunnen Leben und Überleben vieler Menschen und Tiere, wie auch das Ei für Nahrung und Fortpflanzung.
Mögen sie in den „Österlichen Tagen“, viele solcher Quellen des Lebens und Überlebens erfahren und immer wieder neue Lebensfreuden entdecken, wenn sie auch in unseren Gemeinden die so schön geschmückten Osterbrunnen betrachten!

Das wünscht Ihnen 
Pfarrer Rudolf Deiß

Ostermontag

Ostersonntag

Karsamstag - Wie sieht´s aus?

  • Abschied nehmen
  • Klagen
  • Weinen
  • Verlust
  • Leere
  • Aushalten
  • Neu sortieren
  • Fragen stellen
  • Erinnerung
  • Aushalten
  • Lachen
  • Grübeln
  • Grabesruhe
  • Grabesstille
  • Aushalten
  • Ist alles vorbei?
  • Wirklich vorbei?

Aushalten - So sieht´s aus!

Diakon Thomas Brehm

Karfreitag

Gründonnerstag

Gedankenvoll und ruhig fühlt sich die KJG (von Oberndorf) in der schweren Zeit in uns ein und begleitet uns durch den Gründonnerstag.

Hoffen

Hoffen ist ein tragendes Wort.
Von einer Frau, die in ihrem Schoß ein neues Leben trägt, sagen wir:
 „Sie ist guter Hoffnung“.
Hoffende Menschen tragen die Verheißung von Zukunft in sich, deshalb können sie im Jetzt anpacken, für andere da sein, aushalten.
Hoffende Menschen sind tragfähige Menschen.

Hoffen ist ein mutiges Wort.
Hoffende Menschen wollen sich ändern-umkehren nennt die Bibel das-, wachsen.
Das braucht Mut, denn es ist immer ein Aufbruch ins Ungewisse.
Hoffende Menschen sind mutige Menschen.

Hoffen ist ein göttliches Wort.
Die Ähren bricht kein Sturm, weil sie biegsam sind.
Hoffende Menschen sind biegsam, sie beugen sich vor Gott und halten ihm ihre leeren Hände hin.
Darum zerbrechen sie nicht.
Hoffende Menschen sind ein Zeichen Gottes.

PR Helga Dlugosch

Gebet

„Das Gebet eines rechtschaffenen Menschen ist mächtig und wirksam.“ Jak 5,16
Obwohl wir von der sich rasch entwickelnden Situation des Corona-Virus von großer Angst erfasst sind, müssen wir unseren Teil des Gebets tun. Wir können sicher sein, dass wir einen Vater im Himmel haben, der immer bei uns ist. Wir gehen jeden Schritt mit unserem Herrn Jesus und mit jedem Schritt wird uns etwas Neues gelehrt, über uns und über Gott. 
Wir haben plötzlich den Wert all dessen erkannt, was wir für selbstverständlich hielten und nie zu schätzen wussten, einschließlich der Freude, einander zu sehen, wenn wir zum Gottesdienst als eine Familie kommen. Wir sind jetzt weit und breit verstreut, doch als treue Krieger Christi wandeln wir im Geiste zusammen. Wir beten gemeinsam im Geiste. 
Vergessen wir nie, dass Gott unser großer Arzt ist, der uns nicht nur heilt, sondern der uns in unserer Zeit der Not auch eine sehr gegenwärtige Hilfe ist, wie die Bibel sagt: "Er nahm all unsere Gebrechen auf sich und trug unsere Krankheiten.“ Auf seinen Befehl wurden die Kranken gesundgemacht. Er wird uns in der Tat jetzt, inmitten der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus, zu Hilfe kommen, damit wir seine heilende Liebe erfahren können.
Während die Welt in Panik ausbricht, sollten wir uns an Gott wenden, unsere Ängste zurücknehmen und unser Vertrauen stärken. Ob wir zu Hause oder im Ausland sind, umgeben von vielen oder wenigen Menschen, die an dieser Krankheit leiden, Gott wird bei uns bleiben, während wir ausharren und trauern, ausharren und uns vorbereiten. An der Stelle der Angst wird er uns seinen Frieden geben.

Pfarrvikar Kishore Basani

,,Sucht mein Angesicht!!"

So manche Not belastet mich. Ich halte Ausschau nach Hilfe. An wen kann ich mich wenden? Wo finde ich Halt und Verständnis für meine Lebenssituation? Wo finde ich meiner Beziehung zu Gott? Wie soll ich es anfangen, mit ihm in engere Verbindung zu kommen? Wie kann ich zu ihm beten, wenn mir die richtigen Worte fehlen? 

Liebe Schwestern und Brüder, wir sind in der Heilige Woche und ich begrüße Sie alle ganz herzlich zur dieser Woche, die uns mitnimmt auf einen besonderen Weg. Es ist ein Weg, der mitten in unserem Leben beginnt. Ein Weg, auf dem Jesus Christus uns begleitet. 
Wenn wir an unser Leben denken und an das, was wir alles jetzt erfahren haben, dann können wir auch bei uns solche Situation  (Corona-Virus Pandemie) auf dem Weg zum Kreuz denken. 

Mein Herz denkt an dein Wort: ,,Sucht mein Angesicht!!" (Ps 27,8).

Sucht mein Angesicht - eine Einladung Gottes, mein Blick auf ihn am Kreuz zu richten, ihn zu entdecken als großer Retter. Ich darf vertrauen: Seine Augen sind gütig auf mich gerichtet, er schenkt mir seine liebevolle Zuwendung. Er will die Erfüllung meiner Sehnsucht nach Halt und Hilfe sein. Bei ihm brauche ich nicht viele Worte zu machen. Er gibt, wenn ich ihn einfach anschaue und ihm meine Not hinhalte. 

Pfarrvikar Ifedili Simeone

Den Sonntagsgedanken im Video

Wegbegleiter! Gott führt uns an seiner Hand! Gedanken zum 04. April 2020

Ein japanisches Sprichwort sagt: „Mit einem/r Freund/in an der Seite ist kein Weg zu lang“. Der/die Freund/in an der Seite gibt uns die Kraft den Weg weiterzugehen, auch wenn die Schwierigkeiten von allen Seiten auf uns einströmen. Er/Sie hält uns sicher an der Hand, wenn wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Er/Sie motiviert uns das Leben zu wagen. Ohne einen solchen Freund/in sind wir in Gefahr den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wenn ich weiß, daß mein Freund/in zu mir steht, dann relativieren sich die Probleme. Ein guter Freund/ein gute Freundin gibt mir langen Atem, den ich brauche, um meinen Weg weiterzugehen.
Er/Sie hält uns fest, nicht aufzugeben, den Weg weiterzugehen, auch in schwierigen Tagen und Zeiten, von Krankheiten und Schwächen. Weitergehen mit Blick auf den Palmsonntag hin und in die Karwoche hinein. Außerdem auch mit Blick auf Ostern und Auferstehung!
Jesus ist ein solcher guter Freund, er geht den Weg mit uns mit und führt uns an seiner Hand. Er ist uns bereits den Weg vorangegangen und ist uns zu Auferstehung und Leben geworden.
Ich wünsche Ihnen, daß Sie immer wieder solche gute Freunde/innen spüren und erfahren dürfen mit Jesus an der Hand!

Pfarrer Rudolf Deiß

Die Corona- Krise ist wie ein Weg!

Ein Weg, den ich jetzt noch nicht überschauen kann, denn ich weiß nicht, was hinter der nächsten Kurve ist.

Wie sieht´s aus?

Ich will meinen Weg weitergehen - und auf Gott vertrauen, dass er mitgeht.
Meine Sinne sind offen und ich erspüre, was jetzt dran ist: Daheimbleiben, Abstand halten, sich selbst und andere schützen.
Und Offensein für die Bedürfnisse der Anderen, der eigenen Kreativität freien Raum geben, so dass Solidarität mit den Mitmenschen möglich wird und so den Weg durch die Krise gehen:

Schritt für Schritt

Diakon Thomas Brehm

Drinnen sein

In diesen Tagen gilt der Appell, mehr noch es gebietet sich, drinnen zu bleiben. 
Das Haus bietet Schutz. Und dennoch gehe ich täglich hinaus. Ein paar Schritte, in ein anderes Haus, in unsere St. Michaelskirche, um Laudes, zu Mittag und Vesper zu beten. Fester Bestandteil sind die Psalmen.
Heute Morgen kommt dieser Vers vor:  Gott ist in ihren Häusern bekannt als ein sicherer Schutz. (Ps 48,4) Drumherum krasse Bilder von Erschrecken, Erstarren, Erzittern, Zerschmettern, von Belagerung, die alle in Gefahr bringt.
Corona greift um sich und da ist es gut, Distanz zu halten und Schutz zu suchen.
Kirchen sollen Schutzraum sein (Kirchenasyl) und ein spiritueller Ort, der wie ein Leuchtturm hervorragt, wo Himmel und Erde einander begegnen. In der Kirche sehe ich das Hungertuch, wiederum mit einem Haus. Es ist offen, aber nicht „sturmfrei“ für drohende Gefahren, wiewohl sein Glanz in Gefahr ist. Es ist umkreist von einem goldenen Wall. „Das ist Gott, unser Gott“ (vgl. Ps 48, 13ff).

Pfarrer Martin Schwer

April, April, der macht, was er will.
April, April, in den Straßen ist’s still.
Corona kreist umher,
gesehen ist kaum einer,
jedermann bleibt daheim
und schützt sich vor dem Keim.

April, April – der Erste heute gibt den Rahmen
Hugo und Irene gaben hierfür ihre Namen,
Hugo – ein denkender Geist in dieser Zeit
ist gern gesehen weit und breit.
Nur nicht den Kopf verlieren,
und vor Einsamkeit schwadronieren!

Irene, eirene , der Name, der Frieden zeigt,
den Weg aus Trist und Traurigkeit.
Mit seinem Selbst rein zu sein,
— mit sich allein —
stellt sich nicht von alleine ein.
Zufriedenheit allein zuhause ist wunderbar,
jedoch auch die größte Hürde - das ist klar.

Nun folgt kein Aprilwitz oder -scherz,
sondern ein Gedanke aus dem Herz.
Wenn man an einen Menschen denkt
und die Finger zum Telefon lenkt,
gebraucht man Geist und Verstand
und hat den Frieden in der Hand!
Sodass man der Person am anderen Ende
Liebe, Freude und Glück sende.

PA Hannah Schädel

Apothekenumschau

Wenn ich aus dem Haus gehe, komme ich bald an eine Apotheke. Ein paar Meter weiter noch einmal eine weitere Apotheke. In der Oberstadt von Oberndorf, bekannt für ihren Leerstand und die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, sehe ich im Gegensatz dazu in unmittelbarer Nähe zwei dieser Einrichtungen mit Überlebensmitteln. Medizin! In diesen Tagen standen Menschen mit korrekt 1,5 bis 2 m Abstand in Schlange vor den Apotheken.
Beim Lesen der heutigen Tageslesung für den Gottesdienst, der nicht stattfinden kann, gehen die Israeliten durch eine Zeit der Prüfung, halten Abstand [zu Edom, weil´s dort gefährlich ist] und wagen einen ungewöhnlichen Weg abseits befestigter Straßen. Nicht frei von Unzufriedenheiten, die sich einerseits potenzieren aber auch mit Einsicht mischen, wird´s alsbald ebenso gefährlich wie heilsam.
Gefährlich, noch über das Angsteinflößende hinaus wird´s, als ihnen giftige Schlangen den Weg absperren. Hilfe, Hilfe!!
Die Gefahr sind Schlangen, und rettende Hilfe gibt ein Stock, um den eine Schlange gewunden ist.
Die Apotheken haben einen mit der Schlange umwundenen Stab als ihr Zeichen gewählt, den Äskulapstab. Auch kommt noch die Schale dazu, in der mit dem Stößel die Medizin gemischt und zubereitet wurde. Heilung durch Hoffnung und Wissen und fachkundige Arbeit. Besonders um die Schlange winden sich Geschichten von Heilung und Genesung.
In der christlichen Tradition ist das Kreuz mit dem Stab verglichen und zum Symbol des Heils geworden, das jene erhoffen, die nach ihm sich umschauen.

Herr, Jesus Christus!
Täglich und so auch heute
dürfen wir in schwierigen Situationen
auf Dich als den Gekreuzigten schauen.

  1. Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da; der, dem ich vertraue, ist in dir mir nah.
  2. Kreuz, zu dem ich fliehe aus der Dunkelheit; statt der Angst und Mühe ist nun Hoffnungszeit.
  3. Kreuz, von dem ich gehe in den neuen Tag, bleib in meiner Nähe, dass ich nicht verzag.
    (Gotteslob 270)

Pfarrer Martin Schwer

Gib Dein Bestes – bis Du es besser weißt

Ich kann immer nur nach dem entscheiden und handeln, was ich jetzt weiß und was ich nach bestem Wissen und Gewissen geprüft habe.
Das ist alles, was ich tun kann: Mein Bestes geben.
Und dann „wachse und reife“ ich:
Ich mache neue Erfahrungen, erwerbe neues Wissen, mir gehen neue Erkenntnisse und Zusammenhänge auf.

So kann es sein, dass ich es dann besser weiß.
Und ich gebe wieder mein Bestes.
Und dann wachse und reife ich……………..

Pastoralreferentin Helga Dlugosch

Den Sonntagsgedanken im Video

Wie sieht’s aus?

Wer hätte gedacht, dass diese drei Worte und auch Jahresmotto der Seelsorgeeinheit, einmal von so großer Bedeutung in unserem Alltag sein wird. 
Wie sieht’s aus? Geht es Dir gut? Bist Du gesund? Fragen die unseren täglichen Ablauf bestimmen.
Doch, wie sieht es mit Ostern aus? Wenn man nicht ab und zu einen Werbespot hören, oder in den Einkaufsmärkten Schokohasen und bunte Eier entdecken würde, könnte man meinen Ostern fällt in diesem Jahr aus.
Auch in unseren Kirchen ist Stille eingekehrt. Es ist ein Gefühl, als wäre immer Karfreitag. Der freudige Palmsonntag mit den vielen bunten Palmen, die Feier der Osternacht mit dem entzünden der Osterkerze am Osterfeuer, das Osterlachen, die gemeinsame Osterfreude, all das werden wir in diesem Jahr, das von Corona bestimmt ist, schmerzlich vermissen. Doch Jesus wird auch im Jahr 2020 den Leidensweg gehen und Auferstehen und dies gibt uns die Hoffnung, und die Kraft, diese dunklen Zeiten zu überstehen. Das Osterlicht leuchtet uns auf dem Weg zu besseren Zeiten.

Ute Lauble

 

Eine kleine Geschichte der Zuversicht

Der kleine Sohn kommt zu seinem Vater und bittet ihn, mit ihm zu spielen. Dieser hat aber keine Zeit und sucht nach einer Möglichkeit, den Knaben zu beschäftigen. In einer Zeitschrift findet er das Abbild der Erde.
Er zerschnippelt das Bild in viele kleine Teile, gibt das Puzzele seinem Sohn und denkt, dass dieser jetzt eine ganze Weile zu tun hat. Doch es dauert nicht lange, da kommt der Knabe mit dem fertigen Bild. Der Vater fragt ihn, wie er das so schnell hinbekommen hat. Der Sohnemann antwortet: „Das war ganz einfach. Auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Als der in Ordnung war, war es auch die Welt. 

Verfasser unbekannt

 

Vom Streiten und den Nägeln im Zaun

Dies ist die Geschichte von Holger. Dem gab sein Vater ein Säckchen mit Nägeln und sagte: "Schlage immer dann, wenn du die Geduld verlierst und deshalb mit jemandem Streit suchst, einen Nagel in den Gartenzaun!" Am ersten Tag schlug Holger 37 Nägel in den Zaun. In den folgenden Wochen lernte er, sich zu beherrschen, und der Griff zum Hammer nahm von Tag zu Tag ab. Er erkannte, dass es einfacher ist, sich zu beherrschen als immer wieder Nägel einzuschlagen. 
Endlich kam der Tag, an dem Holger keinen einzigen Nagel mehr in den Zaun schlug. Da erzählte er seinem Vater, dass er keinen einzigen Nagel eingeschlagen hatte. "An jedem Tag, an dem du dir Geduld nicht verlierst, darfst du einen Nagel aus dem Zaun herausziehen", lächelte der Vater. Nach vielen Wochen hatte Holger alle Nägel entfernt. 
Beide standen am Zaun. "Holger, sieh dir die Löcher im Zaun an. Er wird nie wieder so sein wie vorher. Wenn du dich mit jemandem streitest und ihn beleidigst, hinterlässt das bei ihm eine solche Verletzung wie diese Löcher hier. Du kannst jemandem weh tun, immer bleibt etwas zurück, wenn du dich auch oft dafür entschuldigst. Eine Kränkung durch Worte tut genauso weh wie ein körperlicher Angriff. Deshalb ist es gut, dass du gelernt hast, dich zu beherrschen, um andere nicht zu verletzen."
Entschuldigen ist zwar schwer, aber du kannst jede Minute damit anfangen!

 

Textquelle: Sternsinger 1/2020; Impuls ausgesucht von Birgit Müller-Dannecker
Bildquelle: https://pixabay.com/photos/telephone-pole-staples-grunge-1011659/

Haus/Heimat

Wo waren Noah und seine Familie, als die Flut kam? Als die drei Engel Abraham besuchten, wo war er da? Als die beiden Engel nach Sodom und Gomorrha gingen, wo war Lot? Als der Engel die Erstgeborenen Ägyptens tötete, wo waren die Israeliten? Wo waren die Apostel Jesu, als sie den Heiligen Geist empfingen? Wo war Paulus, als er den Besuch des Ananias empfing? Interessanterweise waren sie alle zu Hause. Wo sind wir wegen des Corona-Virus? Auch wir sind alle zu Hause. Die Corona-Epidemie hat die Welt geteilt. Die internationalen Grenzen sind geschlossen. Niemand darf von einem Land in das andere ziehen. Allen wird geraten, zu Hause zu bleiben. Keine offenen Partys mehr, keine offenen Spiele und Sportarten mehr, keine Versammlungen mehr. Allen wird empfohlen, zu Hause zu bleiben. Obwohl die Corona-Epidemie die Entfernungen zwischen den Nationen und den Menschen vergrößert hat, hat sie doch die Familie zusammengeführt. Sie hat die Familie dazu gebracht, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Das Zuhause ist für Viele meist der sicherste Ort der Welt. Die Familie gibt die Sicherheit vor allen unvorhergesehenen Epidemien. Die Familie gibt uns die Kraft, die Liebe, die Fürsorge und die moralische Unterstützung, um alles zu ertragen und zu bekämpfen, was der Menschheit zuwiderläuft. Bleiben Sie deshalb in dieser entscheidenden Situation zu Hause, verbringen Sie Zeit mit Ihren Ehepartnern, Kindern und Familienmitgliedern und stoppen Sie die Ausbreitung von Corona und verbreiten Sie Liebe, Fürsorge und Zuneigung. Vergessen wir nicht, dass wir alle in einer großen Heimat leben und ihr angehören, der Heimat des Vaters, unseres Gottes.

Pfarrvikar Kishore Basani

"Gesund bleiben ist für mich wichtig im Leben! In dieser sorgenvollen Zeit, lassen Sie uns zu Hause bleiben, um darüber nachzudenken, was das Leben ist. Das Leben ist kurz und zerbrechlich. Man macht sich Sorgen um die Gesundheit und wir erkennen plötzlich, dass unser Leben doch nur endlich ist. Die unsichtbare Gefahr einer Krankheit regt uns an, mehr auf Gott zu vertrauen. Wir gedenken in einer Fürbitte an die von der Krankheit Betroffenen und danken Gott für das Leben im folgenden Gedicht."

ICH LIEBE DICH MEIN LEBEN
Ich liebe dich, mein Leben,
du hast mir schon so viel Erfüllung gegeben
Ich hoffe, dass das so bleibt,
mein Leben mir noch Vieles zeigt.
Ich liebe dich, mein Leben,
für mein Leben würden andere viel geben.
Doch jeder hat es selbst in der Hand,
steht er mit beiden Beinen im Leben
oder doch nur am Rand.
Ich liebe dich, mein Leben,
ich möchte mich noch lange so glücklich sehen.
Die schönen Momente werde ich so richtig genießen.
Mein Leben lernte ich lieben,
nicht immer konnte die Erfüllung siegen.
Doch jetzt ist dieses Gefühl wieder da,
mit allem, was bis jetzt geschah.

Pfarrvikar Simeon

Höre! Ich hab Dir etwas wichtiges zu sagen!

Höre, ich hab Dir etwas wichtiges zu sagen, so hätte der Engel einst auch sprechen können. Ich habe Dir eine frohe Botschaft zu verkünden. Gott hat Dich erwählt. Er liebt Dich wie Du bist. Und Maria hat zugehört und ihm ihr Ohr geschenkt.
Hört, ich habe auch Euch etwas Wichtiges zu sagen, so sagt der Engel auch heute noch zu uns. Er liebt auch uns und hat uns erwählt, so wie wir sind. Er hat uns etwas Wichtiges zu sagen in diesen Tagen. Nicht allein am Festtag Maria Verkündigung. Die Verkündigung an Maria ist nicht nur eine einmalige Sache von damals gewesen. Gottes Wort und Geist will Heil und Segen bringen. Gottes Geist und Wort will zu den Menschen sprechen. Er will auch bei uns Gestalt annehmen.
Hört ich habe Euch etwas Wichtiges zu sagen, Ihr seid erwählt und geliebt, so wie Ihr seid! Meine frohe Botschaft und Heilszusage gilt immer noch. Auch heute und besonders in Tagen von Not und Leid, von schwierigen Zeiten. In den Tagen von Krankheit und Not.
Dieser Engel lädt uns ein, seinen Worten unser Ohr zu schenken und sein Heil und seine Liebe zu erfahren.

Pfarrer Rudolf Deiß

 

 

Weniger ist mehr- das Eigentliche!

Was ist für mich das Eigentliche?
Mein Wunsch, mich auf das eigentlich Wichtige zu konzentrieren geht oft im Alltag unter. Besonders in der heutigen Krise, wo sich scheinbar alles verändert und ich nicht mehr weiß, was richtig, was falsch ist.
Wie soll ich mich auf das Eigentliche in meinem Leben konzentrieren?
Dabei gibt es viel Unnützes im Leben, das ich herumschleppe, das mir Ballast ist.
Wie kann ich erkennen, worauf es wirklich ankommt in meinem Leben?
Was ist das Eigentliche, auf das es gerade in diesem Moment ankommt?
Vielleicht kann mir Maria, eine Freundin Jesu einen wichtigen Hinweis geben, als sie Jesus ihre Liebe ganz verschwenderisch gezeigt hat:

 

https://www.bibleserver.com/text/EU/Johannes12,1-11

Geduld

Geduld ist für den Geist das Schwerste.
Es ist das Schwerste und das Einzige,
was zu lernen sich lohnt.
Alle Natur, alles Wachstum,
aller Friede, alles Gedeihen und
Schöne in der Welt beruht auf Geduld,
braucht Zeit, braucht Stille,
braucht Vertrauen.

Hermann Hesse

Den Sonntagsgedanken im Video

Wie sieht´s aus? Wie sieht´s aus? Wie sieht´s aus? 
Vielfach wird die Frage gestellt. „Wie sieht´s aus?“, das kann eine spannende Frage sein. 
8 x in 8 Gemeinden werden in unserer Seelsorgeeinheit Ergebnisse erwartet.
Wie sieht´s aus?

Im Kaffeestüble oder bei einer Wahlparty wollte man „die ersten Hochrechnungen“ oder schon die ersten und weiteren Ergebnisse sehen. Jetzt sieht´s anders aus. Coronagefahr!
Die Kandidatinnen und Kandidaten werden auf die Ergebnisse warten, die in aller Umsicht und mit gültigen Regeln, aber doch im Verborgenen ausgezählt werden. Jetzt, in dieser prekären Zeit werden unsere künftigen Kirchengemeinderäte Mandat und Auftrag erhalten, für fünf Jahre Kirchengemeinde und Seelsorgeeinheit zu gestalten. Wählerinnen und Wähler haben gewählt. Hoffentlich gehen Viele zur Wahl. Ab 16 Jahren darf man/frau wählen. Die Briefwahlunterlagen sind alle verteilt oder verschickt worden. Herzlichen Dank allen, die hartnäckig vorbereitet und fleißig daran gearbeitet haben. Also: Wer noch nicht gewählt hat, bitte die  Wahlunterlagen rauskramen!, suchen und ggf. einen Alarmruf an den Wahlausschuss abgeben, um sich das Nötige doch noch zu besorgen. Wir hoffen auf eine gute Wahlbeteiligung. Das geht nur mit gültiger Briefwahl. Es wird - die ungewöhnliche Zeit sagt es uns - eine unvergessliche Wahlen werden. 
Hoffen wir, dass die Themen wechseln und dass es viel freudenreichere gibt, als die gegen-wärtige Krise. Seien wir uns aber auch bewusst, dass die Kandidatinnen und Kandidaten mutig genug waren, für das, was in den nächsten fünf Jahren auf sie zukommt, gewählt zu werden, Entscheidungen zu treffen zu müssen und gestalten zu dürfen, zu sollen, zu müssen. Denn was an Herausforderungen in Kirche und Welt und zum Wohl und Segen für die Menschen auf sie unbekannterweise zukommt, ist noch nicht ausgezählt.

Pfarrer Martin Schwer

Gottesdienste fallen aus – Beten findet statt

Diese Überschrift haben wir uns für die nächste Zukunft gewählt. Es ist ziemlich irritierend, wenn plötzlich Gottesdienste ausfallen und für uns Hauptberufliche ist es ganz was Neues, dass die Gottesdienstpläne eine schlanke Fastenkur bekommen.
Wie sieht´s aus?
Wie sieht es in den Kirchen aus?
Sie sind leer und bleiben auf noch unbestimmte Zeit leer.
Kein Gottesdienst darf stattfinden. ein notwendiger Beitrag, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus hoffentlich zu verlangsamen.  Aber die Türen der Kirchen lassen wir offen. Für Jede und jeden gilt:
Komm und sieh! – Schau rein! – Wie sieht´s aus?
Die leere Kirche beginnt sich zu füllen – mit meinen Gedanken.  Ich kann sie herbringen.
Meine Gedanken können auch beginnen, sich auszuschütten – oder ich kann sie aus der Verstreuung aufsammeln. Dazu lädt mich eine leere Kirche ein.
Ein Anlass, so eine leere Kirche, das eigene Leben und Glauben kritisch zu überprüfen, sich des eigenen Verstandes zu bedienen und ihn im Raum schweifen lassen.
Was zu einer Kirche gehört, finde ich, sind die Kerzen. Ich habe gemerkt, eine brennende Kerze bewirkt, dass der Raum lebt, dass er erfüllt wird. 
„Ich zünde eine Kerze für Dich an“, ist für Viele die Form des Betens. Übrigens nicht nur und nicht erst jetzt in Corona-Zeiten. Immer kommen Menschen in unsere Kirchen mit offenen Türen, um zu beten. Jetzt, wo keine Gottesdienste gefeiert werden, denke ich an Jene, die in die Kirchen kommen,  – immer schon und immer wieder –  um eine Kerze anzuzünden, um zu beten, um ihr Herz auszuschütten, um Kraft zu finden.

Pfarrer Martin Schwer

„Dass auf unserer guten Erd Gottes Reich lebendig wird“
– Ein geistlicher Impuls zum heutigen Josefstag

Einstmals war das ein Feiertag mit Kirchgang und mit wie am Sonntag geschlossenen Läden. Auch jetzt sind viele Läden zu. Es ist Ruhe eingekehrt in unserer Stadt und auch in den Dörfern ist es merkwürdig ruhig. Der hl. Josef war, nach dem was überliefert ist, ein sehr ruhiger Zeitgenosse. Es wird erzählt, dass er Träume hatte. Und dass diese Träume zum richtigen, ja rettenden Handeln führten. Das Handeln auf Träumen aufzubauen ist ungewöhnlich und hat dementsprechend bestimmt mit zaghaften Schritten angefangen. Es waren Schritte in eine bedrückende Stimmung hinein, denn wohin alles führt ist ziemlich unbekannt – damals auf der Flucht und heute mit dem Corona Virus, der die Nachrichten der ganzen Welt bestimmt. Und dazuhin muss uns bewusst sein, dass auf dieser Welt immer auch noch viel Anderes passiert. Auch heute ist Flucht der immer noch für viele beschwerliche Weg, wo niemand sagt, wohin er führt.
Wenn wir uns heute an Josef, den Träumer halten, müssen wir auch an dem Josef festhalten, für den die reale Situation auf dieser Erde Ursache für seine Flucht und für alle gewagten Schritte voller Fragen und voller Sorgen war. Er ist also kein abgehobener Träumer.
In diesen herausfordernden Tagen und Wochen werden wir uns eines Größeren als der eigenen Bedeutung bewusst, sehr bewusst werden wir uns unserer eigenen Begrenztheit, ja Verwundbarkeit; wir sind aber gerade dadurch herausgefordert, zum eigenen Mitdenken, zum Einsatz, zum Handeln und zum einander beistehen. Die vor uns liegende Zeit scheint schwierig, sie ist unübersichtlich.
Mögen das Träumen, das Gebet und eine unsichtbar spürbare Gemeinschaft eine Stärkung sein, damit wir kraft einer vertrauenden Grundhaltung es sichtbar machen, dass auf unserer guten Erd Gottes Reich lebendig wird, wie das Lied des Franziskaners Helmut Schlegel beschreibt: „Manchmal wird der Weg beschwerlich, niemand sagt, wohin er führt, und doch ruft das Wort zum Aufbruch, Gottes Hand hat uns berührt. – Manchmal bleibt allein die Liebe, und es zählt nicht, ob sie lohnt; wo ein Mensch von Herzen gut ist, Gottes Wesen in ihm wohnt. – Manchmal träumen wir vom Himmel und wir spüren, er wird wahr. Und wir folgen einer Sehnsucht, die uns Gottes Wort gebar. Josef, auf dem Weg der Zeiten wirst du achtsam uns begleiten, dass auf unsrer guten Erd Gottes Reich lebendig werd“. Vgl auch Gotteslob 905

Pfarrer Martin Schwer