Gebhard Gaus geht in den Ruhestand

Lange hat er die Orgel geschlagen, manchmal drei Mal am Sonntag, nämlich 7:30 Uhr im Krankenhaus, dann um 9:00 Uhr in Epfendorf und 10:30 Uhr nochmal in Harthausen. Dieses Beispiel geschah gar nicht so selten. Eine Leistung aus Pflicht und Freude. Er wollte die Gemeinde nicht im Stich lassen und bei unzähligen Trauergottesdiensten Trost und Hoffnung spenden helfen. Denn für ihn ist klar, dass Kirchenmusik den Gottesdienst und die in ihm verkündete Botschaft und die in der Feier zum Ausdruck gebrachten kirchlichen Handlungen zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben vermag.
Die Corona Krise und der fehlende Gemeindegesang, jedoch die Tatsache, dass Kantoren und die Orgel die Herzen auch in dieser Zeit berührten, hat das noch einmal auf andere Weise allen vor Augen geführt.
Gebhard Gaus hat, noch bevor absehbar war, dass die Gottdienste abgesagt wurden mussten, sich vom Orgeldienst abgemeldet. Er wollte das ganz unauffällig tun und in dem ist ihm die Corona Unterbrechung auch noch zu Hilfe gekommen. Wir möchten uns damit nicht zufrieden geben, sondern im Abstand ihm jetzt herzlich danken. Es war die Orgel und sein Spiel, mit dem er gläubig zu Diensten war. Als vor dreieinhalb Jahren sein 60.Dienstjubiläum an der Orgel in seiner Gemeinde Epfendorf gefeiert wurde, hat man darüber hinaus auch seine langjährige Tätigkeit als Chorleiter gewürdigt. Für alles danken wir jetzt aufs Neue. Wir wollen seine Entscheidung respektieren und wünschen, dass er noch bei so manchem Besuch eines Gottesdienstes, nun näher an der Seite seiner Frau, der Musik von seinem Platz in der Kirchenbank aus Ausdruck, Herz und Stimme verleiht.

Pfarrer Martin Schwer

Organisten-Tagung

Zu einer Organisten-Tagung hatte die Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf in das Pfarrzentrum St. Remigius nach Epfendorf eingeladen.

Oberndorf/Epfendorf. Die geistliche Leitung hatte Pfarrer Martin Schwer, die fachliche Dekanatsmusiker Rudi Schäfer übernommen. Schwer begrüßte Organisten der verschiedenen Kirchen sowie Leiter der Kirchenchöre der Seelsorgeeinheit. Um besser ins Gespräch zu kommen, stellten sich die Teilnehmer vor. Dabei stellte sich heraus, dass sie mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur musikalischen Gestaltung eines Gottesdienstes oder der Leitung eines Kirchenchors kamen. Bei dieser Vorstellungsrunde wurde angeregt, Treffen von Organisten zu planen, da sie alle fast zeitgleich an Sonntagen Dienst hätten und so kaum Gelegenheit bestehe, sich gegenseitig zu besuchen. Es wurde ebenso angeregt, eine Möglichkeit zu finden, dass alle die Orgeln der Seelsorgeeinheit kennenlernen können. Für seinen geistlichen Impuls hatte sich Pfarrer Martin Schwer den Text aus dem Buch der Weisheit ausgesucht, der mit den Worten "Als tiefes Schweigen das All umfing" beginnt und die Frage stellt, was dieser Text mit Kirchenmusik zu tun habe. In diesem Schweigen tauchen verschiedene Bilder auf: die Nacht, Verzweiflung und das Land des Verderbens. Aber in diesem Schweigen kommt ein Wort vom königlichen Thron, und nun zeigen sich positive Bilder: frisches Grün. Der Weg wird frei, es gibt Nahrung im Überfluss. Die Menschen loben Gott, und dieses Lob kann sich natürlich in Musik ausdrücken. Die Spiritualität des Musizierens wurde angesprochen als Impuls aus dem Buch der Weisheit.
Lied des Monats
Die Arbeitsgruppe Liturgie hat sich unter dem Schwerpunkt "KiamO" (Kirche am Ort) mit dem Thema Kirchenmusik befasst. Ein Punkt dabei war, wie der Kontakt zwischen Pastoralteam und Gemeinde funktionieren kann. Hier soll ein Gemeindekümmerer die Verbindung herstellen. Seit Dezember 2018 wird in der Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf ein "Lied des Monats" ausgewählt. Es wird nicht nur mit der Gemeinde eingeübt, sondern auch spirituell erschlossen. Pfarrer Schwer verwies darauf, dass es einen rund zwei Monate umfassenden Liedplan gebe, aus dem die Organisten das Lied des Monats ersehen und einüben können. Ein Organist sprach ein rein praktisches Problem an: Wie soll ein Organist in kurzer Zeit zwischen zwei Liedern aus verschiedenen Quellen seine Noten finden, die Anzeigentafel bedienen und schon die ersten Takte der Einleitung zum neuen Lied spielen? Hier wolle man sich etwas überlegen, wurde eine Lösung angedeutet. Nun ging es im Gemeinderaum der Remigiuskirche zum Praxis-Teil. Schäfer probte eine Antiphon und Rufe vor dem Evangelium. Er verstand es vorbildlich, die doch recht spröde klingenden Wendungen wiederzugeben. Die Teilnehmer der Organisten-Tagung setzten sich um das Klavier. Rudi Schäfer gab als Aufgabe "Wir gestalten einen Gottesdienst". Wie kann man den Liedplan vorbereiten? Hier sei "der Schott", das Messbuch Missale Romanum der katholischen Kirche, die Grundlage. Natürlich sei das Tagesevangelium, das dem liturgischen Kalender entnommen werden kann, ebenso wichtig. 
Praktische Arbeit 
Schäfer teilte die Stücke in Kür und Pflicht. Zur Pflicht zählte er die Antwortpsalmen. Nun begann auch die praktische Arbeit: das Singen auf einem Psalmton. Dann stellte er als nächstes Pflichtstück das Halleluja vor. Als Anfangslied wurde "Gott wohnt in einem Lichte" geprobt. Wenn auch konzentriert gearbeitet wurde, der Erfolg stellte sich nicht von allein ein. Für Schäfer war es wichtig, inwieweit ein Lied eine Brücke zum folgenden liturgischen Teil bilden konnte. So wurden die Stücke für eine Messe geprobt, immer wieder mit praktischen Hinweisen und Ratschlägen. Das Danklied "Herr mach uns stark" mit seiner modernen Rhythmik im Neun-Achtel-Takt war eine Herausforderung. Auch vier Psalmtöne zum freien Unterlegen von Text wurden mit einbezogen. Die Probestunde ging in der Kirche weiter, um beispielweise das Kyrie jetzt mit Orgelunterstützung zu erarbeiten. In der vierstimmigen Fassung war dieses Flehen um Erbarmen sehr schön anzuhören. Rudi Schäfer hatte eine Reihe von Stücken mitgebracht, um an ihnen bestimmte Registrierungsmuster zu zeigen. Schnell wurde klar, dass hier sehr feine Abstimmmöglichkeiten gegeben sind.

Erlebnisreiche Tage im französischen Taizé verbracht

Rund 45 Firmlinge und Jugendliche aus Oberndorf, Rottweil und Zimmern haben sich in den Herbstferien auf den Weg nach Taizé gemacht, einem kleinen Ort im französischen Burgund. Mit 2000 anderen Jugendlichen aus verschiedenen Nationen erlebten sie in der dortigen ökumenischen, internationalen Jugendbegegnungsstätte der Brüder von Taizé besinnliche und ereignisreiche Tage. 
Regelmäßige Gebetszeiten, Bibeleinführungen, Gesprächsgruppen sowie Mitarbeit bei verschiedenen Aufgaben gehörten zum täglichen Programm. Regen und Kälte konnten die gute Stimmung unter den Jugendlichen nicht trüben. "Wie wird man Bruder in Taizé", "Welche Regeln gibt es in Taizé?", "Kochen die Brüder selber?", "Wie hat Ihre Familie auf Ihre Entscheidung reagiert?", diese und andere Fragen konnten die Jugendlichen Bruder Philipp stellen, der sich extra für ein Gespräch mit den Jugendlichen Zeit nahm und bereitwillig auf ihre Anliegen einging. Neben den zahlreichen  Erlebnissen trugen die Gemeinschaft mit so vielen anderen gleichgesinnten Jugendlichen, das gemeinsame Putzen, die Spiele in der Freizeit und vieles mehr zu einer guten Atmosphäre und einem gelungenen Aufenthalt bei. Am meisten beeindruckt haben die drei täglichen Gebetszeiten in der Kirche mit den Liedern und einer langen Stille sowie die sehr offene und fröhliche Atmosphäre. Auf die Frage "Was nimmst du aus Taizé an Erfahrung mit?", antwortet ein Jugendlicher: "Dass wir alle eine Gemeinschaft sind, egal woher wir kommen und dass man nicht immer die besten Sachen haben muss, um glücklich zu sein."
Diakon Thomas Brehm

Wenn einer eine Reise tut …

Am Fr, den 23.8., hieß es Abschied nehmen von unserem Reverse-Freiwilligen Jijo Joseph. Wir brachten ihn zum Flughafen nach Stuttgart. Von dort sollte es über München und Maskat (Oman) nach Thiruvananthapuram (Indien) gehen. Marco Wilhelmi kam nach dem Besuch eines Kunden im Stuttgarter Raum auch noch zum Flughafen.
Nachfolgend ein kleines Stenogramm von Jijo‘s Heimreise:
16.00: Ckeck-In am Lufthansa-Schalter. Alles lief glatt. Die zwei Koffer mit je 23 kg wurden bis Indien durchgecheckt. Danach waren wir noch eine Weile auf der Aussichtsplattform. Jijo telefonierte mit seiner Familie.
16.40: Jijo steht in der Warteschlange zum Sicherheitscheck. Die Anzeige zeigt 10 Minuten Wartezeit an.
17.00: Jijo befindet sich im Kontrollbereich. Das Boarding startete. Für uns Zeit, nach Hause zu fahren. Marco blieb nach seinem anstrengenden Tag noch in der Nähe.
17.20: Abflug (?)
17.50: Anruf von Jijo bei Marco, dass er den Flieger verpasst habe. Also kehrt Marco zum Lufthansa-Schalter zurück. Wir waren bereits auf Höhe der Rastanlage Schönbuch und konnten nur noch telefonisch mitwirken. Von den Lufthansa-Mitarbeitern wird Marco vorgeschlagen, Jijo mit seinen Koffern in ein Taxi nach München zu setzen. Dort müsste er seinen Anschlussflug (22.15) noch erreichen können. – Marco übernimmt den Taxidienst und lädt den völlig fertigen Jijo samt Gepäck ein.
Was nach 17 Uhr tatsächlich geschah ist nicht mehr ganz zu klären. Man habe Jijo („Herr Josef“) wohl zwei Mal ausgerufen, aber er hat die Durchsage wohl nicht verstanden. Als er an seinem Gate ankam, war der Flieger jedenfalls weg und sein Gepäck wieder ausgeladen …
20.30: Ankunft am Flughafen München. Marco begleitete Jijo zum Schalter von Oman-Air. Dort wurde gerade zusammengepackt, weil alle registrierten Fluggäste bereits eingecheckt hatten. Mit Jijo hatte man dort demnach nicht gerechnet, weil sein Flug ja storniert wurde. Er solle sich für den nächsten Tag ein neues Ticket kaufen. Die Diskussionen zwischen Marco und dem Personal bekam zum Glück ein Mitarbeiter der Lufthansa mit, der in der Nähe war. Was seine Kollegen in Stuttgart empfohlen hatten, wollte er nicht glauben. Das würde allen Vorschriften widersprechen. Ein nicht angetretener Flug würde automatisch storniert. Er rief dennoch in Stuttgart an und ließ sich den Sachverhalt bestätigen. Damit konnte er dann auch erreichen, dass Jijo den Flieger nehmen durfte. Jetzt mussten die Koffer eingecheckt werden. Bei Oman-Air seien nur 30 kg Gepäck erlaubt. Jijo könne sich entscheiden, ob ein kompletter Koffer in München bleibt oder er die 16 kg Mehrgewicht  auspackt. Alles Weinen und Erklären - die Mitbringsel, die er für seine Familie und Freunde gekauft hätte, könne er unmöglich zurücklassen - hilft nicht, jedoch kann schließlich das Gepäck gegen eine Zusatzgebühr aufgegeben werden. Die Airline erklärt, dass auch bei einem Start in Stuttgart das Gepäck in München nachgewogen worden wäre und so nicht an Bord gegangen wäre. Die
„Strafgebühr“ übernimmt Marco, weil Jijo gar nicht so viel Geld gehabt hätte, sie zu bezahlen. So hat sich der verpasste Flug nachträglich als Segen (Göttliche Fügung?) herausgestellt, hätten wir doch von Ferne beim Koffer-Gewichtsproblem in München nicht helfend eingreifen können.
21.20: Jijo ist am Gate und schickt eine WhatsApp-Nachricht, dass das Boarding um 21.30 startet. Ich wünsche ihm einen guten Flug. Seiner humorvollen Antwort merkt man die Erleichterung an, dass nun hoffentlich alles glattgeht. Wir verfolgen im Internet die Flugdaten. Es scheint keine Komplikationen zu geben. Marco sucht sich derweil ein Hotelzimmer in der Nähe des Flughafens; an eine Rückfahrt in der Nacht war nicht mehr zu denken.
06.40: Nach der Landung in Maskat kein Status / Lebenszeichen von Jijo.
11.00: Auch keine Nachricht nach der Landung in Indien. Unsere Kontaktaufnahme scheitert.
14.00: Jijo meldet sich auf dem Weg von Thiruvananthapuram nach Hause, dass der Akku seines Handys leer gewesen sei und er es erst in dem Lokal, wo er seine Familie wiedergetroffen hat,  habe laden müssen. Auch Marco war inzwischen wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. So ging eine „Reise mit Hindernissen“ doch noch gut zu Ende.
Matthias Dohmen

Jijo sagt Ade

Ich möchte mich für die hervorragende Unterstützung in meinem Freiwilligendienst bedanken. Der Zuspruch, den och nach meiner Vorstellung meiner Ziele und Aufgaben im Ge­meindeblatt Kontakte und im Gottesdienst erfahren habe, hat mir den Start leichter gemacht. Was mir am meisten bedeutet, ist, dass jeder mehr tut, als ich erwartet habe. Ihr Leute geht ein paar Schritte über meine Vorstellungskraft hinaus. Manchmal scheint es, als würdet ihr euch noch besser an meine Erfolge erinnern als ich selber. Ich freue mich über die Erkenntnis zu sehen, wie meine Talente etwas bewirken können und Sie haben mich zu einem Gläubigen gemacht. Nach jedem Gespräch mit den einzelnen Personen, die ich getroffen habe, fühle ich mich sicherer und fähiger und dafür bin ich immer dankbar. Am Ende meines Dienstes nehme ich viele schöne Erinnerungen aus Oberndorf mit und möchte Familie Dohmen, Familie Brehm, Familie Kessel, Pfarrer Martin, den KollegInnen vom Tafelladen und Altenheim danken.              
Jijo Joseph

Auf Wiedersehen!

Liebe Gemeindemitglieder der Gemeinden der SE Raum Oberndorf, liebes Pastoralteam,
am 8. Juni 2019 wurde ich in Stuttgart, St. Georg zum ständigen Diakon geweiht. Damit endete auch die Zeit meiner pastoralen Ausbildung in St. Michael und den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf. Für diese drei Jahre voller neuer Erfahrungen, Einblicke und Begegnungen bin ich sehr dankbar. Zurückblickend werden mir immer viele sehr offene Menschen in Erinnerung bleiben, sehr engagierte Männer und Frauen in den Gemeinden, Mitbauerinnen und Mitbauer am Reiche Gottes. Sehr früh und sehr oft konnte ich in zahlreichen Gottesdiensten, bei Taufen, Trauerfeiern, Andachten und Hochzeiten praktische Erfahrungen in der Feier von Sakramentalien und der Spendung von Sakramenten feiern. Über diese drei Jahre konnte ich beinahe alle Feiern und Feste eines Kirchenjahres mitgestalten und mitfeiern. In vielen Veranstaltungen und Gesprächsrunden konnte ich meinen Erfahrungsschatz erweitern. Das Pastoralteam und dessen jeweilige Leiter ermöglichten mir außerdem viele Einblicke in die pastoralen Strukturen und die pastorale Arbeit.
Ich danke den jeweiligen leitenden Pfarrern Albrecht Zepf und Martin Schwer, wie auch dem ganzen Pastoralteam für diese Zeit der Ausbildung und für das große Vertrauen, welches mir vom ersten Tage an  geschenkt wurde. Ich danke sehr für das Ermöglichen unzähliger Erfahrungen.
Vor allem aber danke ich auch meinem Ausbildungsbegleiter und Mentor Diakon Thomas Brehm der mich durch diese Ausbildung hindurch begleitet hat. Begleitet weit über das erlernen pastoraler Dienste hinaus. – Vielen Dank!
Der ganzen Kirchengemeinde St. Michael in Oberndorf wie auch allen Mitgliedern der Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit wünsche ich eine GEISTreiche Zukunft und Gottes Segen. Seid behütet.                              
Armin Kaupp