Noch einmal: Caritas Sei gut, Mensch!

Das war das Motto der Caritas-Kampagne, die in Oberndorf eröffnet wurde. Wie angekündigt, soll dieses Motto mit Beispielen aus Geschichte und Gegenwart und mit Oberndorfer Lokalbezug erläutert werden:
Am 22. Oktober jährt sich, dass vor 195 Jahren Josephine Scheffel, geb. Krederer in Oberndorf geboren wurde. Durch ihren Sohn ist ihr Name bekannt, aber auch sie selbst war eine bedeutende Persönlichkeit. Sie initiierte die Gründung des „Elisabethenvereins“, einer seither und bis heute an vielen Orten segensreich wirkenden karitativen Einrichtung, die sich an der franziskanischen Heiligen Elisabeth von Thüringen und ihrer Sorge für die Armen der Unterschicht orientiert und in der sich Ehrenamtliche engagieren. Über einen langen Zeitraum hinweg stand Josephine Scheffel als Präsidentin dem Elisabethenverein vor. Unterstützt wurden durch die Arbeit der Organisation arbeitsunfähige und kranke Arbeitnehmer in den Städten, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis. Josephine Scheffel starb 1865 in Baden-Baden. Vielleicht wird sich ein neugegründeter Caritasausschuss unserer Seelsorgeeinheit um die weitere Aufmerksamkeit für diesen guten Menschen kümmern.
Mach dich stark! War auf kräftig rotem Plakat in unserer St. Michaelskirche zu lesen. Der Einsatz für Kinder und gegen Kinderarmut, die notwendige Aufmerksamkeit für versteckte Not war im Statement von Marc Meßmer damit gemeint. Er klagte an, dass Kinder ein Armutsrisiko seien, wie eine Studie der Caritas es für Baden-Württemberg herausgefunden hat und dass es Wege geben muss, diesen Skandal in unserem reichen Land zu beseitigen. Wege dazu sind politische Anwaltschaft und vor allem die Stärkung der kleinen verletzlichen Seelen. Das wird möglich durch Bildung, Beratung und Begleitung von Kindern und Familien, wie sie auch unsere Kindergärten leisten und durch manche unbürokratische Hilfe, wenn wir vonseiten der Kirchengemeinde Not sehen und handeln.

Pfarrer Martin Schwer

Caritas

Die Eröffnung der Caritas-Woche zur Jahreskampagne „Sei gut, Mensch!“ fand in Oberndorf statt.
Im Gottesdienst gaben Caritasmitarbeiter*innen aus der Caritasregion Schwarz-wald-Alb-Donau „vier Impulse zum Aufhorchen und Nachdenken“, wie es im Programm angekündigt wurde.
1. Kinder, Kinderarmut, Aufmerksamkeit für versteckte Not.
2. Wohnungslosigkeit, Jakobushaus
3. Allgemeine Sozialberatung und die dort angesiedelten Dienste
4. „Wer seine Heimat verlässt hat eine Entscheidung getroffen, die ihn verletzlich macht“ Arbeit mit Geflüchteten.
In lockerer Reihenfolge werden wir ausführlich davon berichten.
Zunächst und hier aber will ich allen danken, die an diesem Tag Anteil genommen haben, besonders all denen, die auf verschiedene Weise und vielfältig geholfen haben, dass dieser Tag bei uns in Oberndorf stattfinden konnte und gelungen ist. „Hier und jetzt helfen“, ein Leitwort der Caritas haben Sie in die Tat umgesetzt. Danke!
Pfarrer Martin Schwer

Sei gut, Mensch oder sei Gutmensch?

Es fand ein festlicher Gottesdienst, dem Weihbischof Karrer vorstand, statt, der von vier Impulsen unterstützt und von der Band „Tohuwabohu“ peppig mitgestaltet wurde. Es gab aber nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für das Auge wurde gesorgt. So gab es sowohl vor der Kirche als auch im inneren Kirchenraum Installationen, wie z.B. Moria, die auf die Missstände in unserer Zeit aufmerksam machten.

Im Anschluss pilgerte die Gottesdienstgemeinschaft zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Don Bosco-Haus. Dort gab es leckeren selbstgemachten Gulasch mit Spätzle von Norbert Keller und eine vegetarische Alternative von der Begegnungs-Gaststätte „Aladin und Frieda“, mit Couscous und italienischem Gemüse.

Nach der Stärkung ging es weiter mit dem sozialethisch orientierten Vortrag von Prof. Dr. theol. Matthias Möhring-Hesse (Sozialethik und Theologische Ethik an der Katholisch theologischen Fakultät in Tübingen) zum Thema „Sei gut, Mensch“.

In diesem machte er auf den Unterschied zwischen dem „Guten Menschen“ und dem „Gutmenschen“ aufmerksam, wobei er beide Begrifflichkeiten als kritisch einstufte. So wird der Begriff des Gutmenschen von vielen, sagt Prof. Möhring-Hesse, als abwertende Bezeichnung denjenigen*derjenigen verwendet, die sich ehrenamtlich für menschenfreundliche Projekte engagieren. Hierbei sei insbesondere die Geflüchtetenarbeit zu erwähnen, welche von vielen Gegnern als „Gutmenschentum“ abgewertet und diffamiert wird. In einigen Schritten zeichnete er die vermeintlichen Gründe für solch eine Abwertung auf, die von der Kritik der Heuchelei bis hin zu Naivität der jeweiligen Gutmenschen beschrieben wird. Man muss sich also als jemand, der*die sich ehrenamtlich engagiert und für andere einsetzt, letztendlich immer rechtfertigen. Dies ist insofern unfair, bemerkt Möhring-Hesse, als dass die anderen, die nur im eigenen Sinne – individualistisch oder egoistisch – handeln, sich nicht rechtfertigen müssen. Da scheint die Motivation völlig klar zu sein. Jemand allerdings, der seine*ihre Kraft für andere einsetzt, muss sich rechtfertigen. Im zweiten Schritt griff er eben jene Kritik am „Gutmenschentum“ auf und setzte auf drei Argumente, welche tatsächlich eine ablehnende Haltung gegenüber dem Engagement rechtfertigen würde, sofern es sich hierbei erstens um die je eigene Selbstprofilierung handle, die das Engagement nur als Umhängeschild umfunktionalisiert. Zweitens die Herablassung der Arbeit von anderen Projekten, da das eigene Projekt immer als das „beste“ verstanden wird. Sowie im Zuge des zweiten Argumentes drittens die Herausstellung der eigenen ehrenamtlichen Arbeit als einzig vernünftige Weise, ehrenamtlich gut zu arbeiten. Diese Praktiken des „guten Engagement“ seien, so sein Schluss, tatsächlich zu verwerfen. Es ist also immer gefordert, dass man sein ehrenamtliches Engagement - auch wenn es offenkundig „gut“ ist – zu rechtfertigen. Hat man dies einmal durchdacht, ist man vor Angriffen pauschaler Diffamierung als „Gutmensch“ gefeit, denn dann ist die eigene Motivation klar und deutlich formuliert.

In seinem dritten Schritt ging es ihm um die Dekonstruktion der Frage nach dem „Guten Menschen“. Kann man überhaupt einen Menschen als gut bezeichnen? Ist dies nicht letzten Endes zu unterkomplex gedacht? Ein Messer ist gut, wenn es gut schneiden kann. Ein Smartphone ist gut, wenn es viele Funktionen besitzt und einfach handhabbar ist. Aber an welchen Eigenschaften macht man die Gutheit eines Menschen fest? Wo ist der Anfang, wo ist das Ende? „Einen guten Menschen gibt es nicht“ – so das Fazit des Tübinger Professors. Allerdings kann man immer von den guten Taten, vom guten Engagement eines Menschen sprechen.

In der weiteren Diskussion, die vom Chefredakteur des Schwarzwälder Boten, Hans-Peter Schreijäg geleitet wurde, wurden einige dieser Aspekte noch weiter vertieft. Neben der eigenen Stellungnahme, wie man „Engagement“ in drei Worten beschreiben könne, wurden die Arbeitsfelder der jeweiligen Podiumsdiskutanten erfragt und am Ende konnte jeder*jede ein Statement zum Engagement während der Corona-Zeit abgeben.

Abschließend bezogen alle Stellung zu der Frage, ob denn gut-sein gleich Christ-Sein bedeute.

Mit Kaffee und Kuchen nahm der Tag noch einen schönen Ausklang bevor sich der letzte harte Kern in den Sonntagnachabend verabschiedete.

Wir danken allen Beteiligten für das tolle Engagement!

Ihr Pastoralteam!

Klausur-Tagung 09./10.09.2020 am Kirchberg im Berneuchener Kloster

Zwei Tage Klausur. Das haben wir uns vorgenommen. Viel zu besprechen? Auf jeden Fall!

Alles ist anders geworden!

Das Team hat sich durch den Neuzuwachs des neuen Pfarrvikars Kishore Basani und durch mich, der neuen Pastoralassistentin (Hannah Schädel) verändert. Zwei neue Perspektiven mischen das Team neu auf, eine, die sich mit der indischen Kultur und mit Film- und Fernsehertechnik auskennt, in Indien als Schuldirektor gearbeitet hat und durch USA gereist ist, um als Priester auszuhelfen. Zudem eine andere (weibliche) Perspektive, welche die Ausläufe der ehemaligen DDR erfahren hat, in einer katholischen Diaspora groß geworden ist, den nordischen Geist kennt und zugleich – wie auch weitere - an der liberalen „Tübinger Schule“ studiert hat.

Alles ist anders.

So schrecklich die Corona-Pandemie ist, sie hat uns doch die Chance gegeben, Dinge anders anpacken zu können. So versuchen wir durch die sozialen Medien in Zeiten weniger Gottesdienste und Festen vor Ort präsent zu sein. Wir wollen - so gut es eben geht -, die Eigenständigkeit der Gemeinden aufrechterhalten, wie das aussehen kann, bleibt noch ein spannender Prozess!

Alles wird anders.

Auch ab Ende des Jahres wird sich nochmal etwas radikal ändern. Unsere langjährige Pastoralreferentin und geschätzte Kollegin Helga Dlugosch wird zum Jahresabschluss in Rente gehen. Aufgabenbereiche wie der Kindergarten oder der Tafelladen, aber auch die Begleitung der Wortgottesdienstleiter*innen müssen neu besetzt werden. Die Aufgaben der Örtlichen Begleiter*innen wird auch neu überdacht, denn der Stellenplan sieht weniger als mehr Personal vor und das wird sich so schnell in der Zukunft auch nicht ändern. 
Typisch katholisch, dass jeder Alleinkämpfer ist, wird bei uns nun neu definiert. Typisch katholisch ist jetzt Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Kooperation. „Mit der Zeit gehen“ könnte man sagen, da auch in vielen Firmen der alleinige Chef nicht mehr das Idealbild ist. Ich behaupte sogar, gerade in unserem christlichen Glauben gibt es nicht nur einen Chef, sondern es ist immer ein Beziehungsgeflecht von Gott Vater (Mutter), Sohn und Heiligem Geist. Wieso dann nicht auch in der Institution Kirche?

An einem Strang ziehen. Vielfalt in der Einheit. Worin besteht nun aber diese Einheit? Für mich ganz klar in der Botschaft Jesu Christi – eine Botschaft, die jeder Christ und jede Christin kennt:

„Liebe Gott mit ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Nicht mehr, aber auch nicht weniger! 
Sich nicht zu streiten, sondern zusammenarbeiten. Nicht in einer Masse untergehen, aber auch nicht sich von den anderen trennen. Eine Aufgabe, die balanciert und immer wieder aufs Neue austariert werden muss.

Deshalb eines unserer Mottos von dieser Tagung:

„Sehen, Urteilen, Handeln und Revidieren“.

Nur wenn wir unserer Vision der pilgernden Kirche, wie sie im Zweiten Vatikanischen Konzil beschrieben worden ist, verfolgen, werden wir vorankommen und nicht stehenbleiben. Corona hat hierbei nicht nur gezeigt, was alles nicht mehr möglich ist, sondern was alles möglich ist und sein kann!

Das zweite Motto, das wir uns auf die Fahne geschrieben haben:

„Mut tut gut!“

Wir wollen in dieser Zeit mutig sein und Schritte wagen, auch wenn diese vielleicht mal in die falsche Richtung gehen sollten. Meine Eltern haben mir stets gesagt: „Fehler kannst du machen. Allerdings solltest du daraus lernen, damit du es das nächste Mal besser machen kannst.“ Immer wieder neu beginnen und nicht stehen bleiben, eine – wie der Soziologe und Philosoph Zygmunt Baumann beschreibt - flüssige Kirche ist vonnöten. So wollen wir uns nun als pilgernde, als flüssige Kirche auf dem Weg machen.

Wir freuen uns, wenn wir diesen Weg mit Ihnen gemeinsam gehen können!

Verfasst von Pastoralassistentin Hannah Schädel

Hilfsaktion „We kick Corona“

Die großzügige Hilfe von „We kick Corona“ hat manche Sorgenfalten aus den Gesichtern der vielen ehrenamtlichen Helfer, der Tafelleitungen Frau Corinna Meßmer (Foto links) und Frau Stoll, der Trägervertreterin PR Helga Dlugosch ( Foto rechts) und sicher auch der Kunden der Tafel gewischt: Es wird weitergehen. Die Einnahmenverluste sind aufgefangen, wir sind wieder flüssig.

DANKE.

Gebhard Gaus geht in den Ruhestand

Lange hat er die Orgel geschlagen, manchmal drei Mal am Sonntag, nämlich 7:30 Uhr im Krankenhaus, dann um 9:00 Uhr in Epfendorf und 10:30 Uhr nochmal in Harthausen. Dieses Beispiel geschah gar nicht so selten. Eine Leistung aus Pflicht und Freude. Er wollte die Gemeinde nicht im Stich lassen und bei unzähligen Trauergottesdiensten Trost und Hoffnung spenden helfen. Denn für ihn ist klar, dass Kirchenmusik den Gottesdienst und die in ihm verkündete Botschaft und die in der Feier zum Ausdruck gebrachten kirchlichen Handlungen zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben vermag.
Die Corona Krise und der fehlende Gemeindegesang, jedoch die Tatsache, dass Kantoren und die Orgel die Herzen auch in dieser Zeit berührten, hat das noch einmal auf andere Weise allen vor Augen geführt.
Gebhard Gaus hat, noch bevor absehbar war, dass die Gottdienste abgesagt wurden mussten, sich vom Orgeldienst abgemeldet. Er wollte das ganz unauffällig tun und in dem ist ihm die Corona Unterbrechung auch noch zu Hilfe gekommen. Wir möchten uns damit nicht zufrieden geben, sondern im Abstand ihm jetzt herzlich danken. Es war die Orgel und sein Spiel, mit dem er gläubig zu Diensten war. Als vor dreieinhalb Jahren sein 60.Dienstjubiläum an der Orgel in seiner Gemeinde Epfendorf gefeiert wurde, hat man darüber hinaus auch seine langjährige Tätigkeit als Chorleiter gewürdigt. Für alles danken wir jetzt aufs Neue. Wir wollen seine Entscheidung respektieren und wünschen, dass er noch bei so manchem Besuch eines Gottesdienstes, nun näher an der Seite seiner Frau, der Musik von seinem Platz in der Kirchenbank aus Ausdruck, Herz und Stimme verleiht.

Pfarrer Martin Schwer

Organisten-Tagung

Zu einer Organisten-Tagung hatte die Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf in das Pfarrzentrum St. Remigius nach Epfendorf eingeladen.

Oberndorf/Epfendorf. Die geistliche Leitung hatte Pfarrer Martin Schwer, die fachliche Dekanatsmusiker Rudi Schäfer übernommen. Schwer begrüßte Organisten der verschiedenen Kirchen sowie Leiter der Kirchenchöre der Seelsorgeeinheit. Um besser ins Gespräch zu kommen, stellten sich die Teilnehmer vor. Dabei stellte sich heraus, dass sie mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur musikalischen Gestaltung eines Gottesdienstes oder der Leitung eines Kirchenchors kamen. Bei dieser Vorstellungsrunde wurde angeregt, Treffen von Organisten zu planen, da sie alle fast zeitgleich an Sonntagen Dienst hätten und so kaum Gelegenheit bestehe, sich gegenseitig zu besuchen. Es wurde ebenso angeregt, eine Möglichkeit zu finden, dass alle die Orgeln der Seelsorgeeinheit kennenlernen können. Für seinen geistlichen Impuls hatte sich Pfarrer Martin Schwer den Text aus dem Buch der Weisheit ausgesucht, der mit den Worten "Als tiefes Schweigen das All umfing" beginnt und die Frage stellt, was dieser Text mit Kirchenmusik zu tun habe. In diesem Schweigen tauchen verschiedene Bilder auf: die Nacht, Verzweiflung und das Land des Verderbens. Aber in diesem Schweigen kommt ein Wort vom königlichen Thron, und nun zeigen sich positive Bilder: frisches Grün. Der Weg wird frei, es gibt Nahrung im Überfluss. Die Menschen loben Gott, und dieses Lob kann sich natürlich in Musik ausdrücken. Die Spiritualität des Musizierens wurde angesprochen als Impuls aus dem Buch der Weisheit.
Lied des Monats
Die Arbeitsgruppe Liturgie hat sich unter dem Schwerpunkt "KiamO" (Kirche am Ort) mit dem Thema Kirchenmusik befasst. Ein Punkt dabei war, wie der Kontakt zwischen Pastoralteam und Gemeinde funktionieren kann. Hier soll ein Gemeindekümmerer die Verbindung herstellen. Seit Dezember 2018 wird in der Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf ein "Lied des Monats" ausgewählt. Es wird nicht nur mit der Gemeinde eingeübt, sondern auch spirituell erschlossen. Pfarrer Schwer verwies darauf, dass es einen rund zwei Monate umfassenden Liedplan gebe, aus dem die Organisten das Lied des Monats ersehen und einüben können. Ein Organist sprach ein rein praktisches Problem an: Wie soll ein Organist in kurzer Zeit zwischen zwei Liedern aus verschiedenen Quellen seine Noten finden, die Anzeigentafel bedienen und schon die ersten Takte der Einleitung zum neuen Lied spielen? Hier wolle man sich etwas überlegen, wurde eine Lösung angedeutet. Nun ging es im Gemeinderaum der Remigiuskirche zum Praxis-Teil. Schäfer probte eine Antiphon und Rufe vor dem Evangelium. Er verstand es vorbildlich, die doch recht spröde klingenden Wendungen wiederzugeben. Die Teilnehmer der Organisten-Tagung setzten sich um das Klavier. Rudi Schäfer gab als Aufgabe "Wir gestalten einen Gottesdienst". Wie kann man den Liedplan vorbereiten? Hier sei "der Schott", das Messbuch Missale Romanum der katholischen Kirche, die Grundlage. Natürlich sei das Tagesevangelium, das dem liturgischen Kalender entnommen werden kann, ebenso wichtig. 
Praktische Arbeit 
Schäfer teilte die Stücke in Kür und Pflicht. Zur Pflicht zählte er die Antwortpsalmen. Nun begann auch die praktische Arbeit: das Singen auf einem Psalmton. Dann stellte er als nächstes Pflichtstück das Halleluja vor. Als Anfangslied wurde "Gott wohnt in einem Lichte" geprobt. Wenn auch konzentriert gearbeitet wurde, der Erfolg stellte sich nicht von allein ein. Für Schäfer war es wichtig, inwieweit ein Lied eine Brücke zum folgenden liturgischen Teil bilden konnte. So wurden die Stücke für eine Messe geprobt, immer wieder mit praktischen Hinweisen und Ratschlägen. Das Danklied "Herr mach uns stark" mit seiner modernen Rhythmik im Neun-Achtel-Takt war eine Herausforderung. Auch vier Psalmtöne zum freien Unterlegen von Text wurden mit einbezogen. Die Probestunde ging in der Kirche weiter, um beispielweise das Kyrie jetzt mit Orgelunterstützung zu erarbeiten. In der vierstimmigen Fassung war dieses Flehen um Erbarmen sehr schön anzuhören. Rudi Schäfer hatte eine Reihe von Stücken mitgebracht, um an ihnen bestimmte Registrierungsmuster zu zeigen. Schnell wurde klar, dass hier sehr feine Abstimmmöglichkeiten gegeben sind.

Erlebnisreiche Tage im französischen Taizé verbracht

Rund 45 Firmlinge und Jugendliche aus Oberndorf, Rottweil und Zimmern haben sich in den Herbstferien auf den Weg nach Taizé gemacht, einem kleinen Ort im französischen Burgund. Mit 2000 anderen Jugendlichen aus verschiedenen Nationen erlebten sie in der dortigen ökumenischen, internationalen Jugendbegegnungsstätte der Brüder von Taizé besinnliche und ereignisreiche Tage. 
Regelmäßige Gebetszeiten, Bibeleinführungen, Gesprächsgruppen sowie Mitarbeit bei verschiedenen Aufgaben gehörten zum täglichen Programm. Regen und Kälte konnten die gute Stimmung unter den Jugendlichen nicht trüben. "Wie wird man Bruder in Taizé", "Welche Regeln gibt es in Taizé?", "Kochen die Brüder selber?", "Wie hat Ihre Familie auf Ihre Entscheidung reagiert?", diese und andere Fragen konnten die Jugendlichen Bruder Philipp stellen, der sich extra für ein Gespräch mit den Jugendlichen Zeit nahm und bereitwillig auf ihre Anliegen einging. Neben den zahlreichen  Erlebnissen trugen die Gemeinschaft mit so vielen anderen gleichgesinnten Jugendlichen, das gemeinsame Putzen, die Spiele in der Freizeit und vieles mehr zu einer guten Atmosphäre und einem gelungenen Aufenthalt bei. Am meisten beeindruckt haben die drei täglichen Gebetszeiten in der Kirche mit den Liedern und einer langen Stille sowie die sehr offene und fröhliche Atmosphäre. Auf die Frage "Was nimmst du aus Taizé an Erfahrung mit?", antwortet ein Jugendlicher: "Dass wir alle eine Gemeinschaft sind, egal woher wir kommen und dass man nicht immer die besten Sachen haben muss, um glücklich zu sein."
Diakon Thomas Brehm

Wenn einer eine Reise tut …

Am Fr, den 23.8., hieß es Abschied nehmen von unserem Reverse-Freiwilligen Jijo Joseph. Wir brachten ihn zum Flughafen nach Stuttgart. Von dort sollte es über München und Maskat (Oman) nach Thiruvananthapuram (Indien) gehen. Marco Wilhelmi kam nach dem Besuch eines Kunden im Stuttgarter Raum auch noch zum Flughafen.
Nachfolgend ein kleines Stenogramm von Jijo‘s Heimreise:
16.00: Ckeck-In am Lufthansa-Schalter. Alles lief glatt. Die zwei Koffer mit je 23 kg wurden bis Indien durchgecheckt. Danach waren wir noch eine Weile auf der Aussichtsplattform. Jijo telefonierte mit seiner Familie.
16.40: Jijo steht in der Warteschlange zum Sicherheitscheck. Die Anzeige zeigt 10 Minuten Wartezeit an.
17.00: Jijo befindet sich im Kontrollbereich. Das Boarding startete. Für uns Zeit, nach Hause zu fahren. Marco blieb nach seinem anstrengenden Tag noch in der Nähe.
17.20: Abflug (?)
17.50: Anruf von Jijo bei Marco, dass er den Flieger verpasst habe. Also kehrt Marco zum Lufthansa-Schalter zurück. Wir waren bereits auf Höhe der Rastanlage Schönbuch und konnten nur noch telefonisch mitwirken. Von den Lufthansa-Mitarbeitern wird Marco vorgeschlagen, Jijo mit seinen Koffern in ein Taxi nach München zu setzen. Dort müsste er seinen Anschlussflug (22.15) noch erreichen können. – Marco übernimmt den Taxidienst und lädt den völlig fertigen Jijo samt Gepäck ein.
Was nach 17 Uhr tatsächlich geschah ist nicht mehr ganz zu klären. Man habe Jijo („Herr Josef“) wohl zwei Mal ausgerufen, aber er hat die Durchsage wohl nicht verstanden. Als er an seinem Gate ankam, war der Flieger jedenfalls weg und sein Gepäck wieder ausgeladen …
20.30: Ankunft am Flughafen München. Marco begleitete Jijo zum Schalter von Oman-Air. Dort wurde gerade zusammengepackt, weil alle registrierten Fluggäste bereits eingecheckt hatten. Mit Jijo hatte man dort demnach nicht gerechnet, weil sein Flug ja storniert wurde. Er solle sich für den nächsten Tag ein neues Ticket kaufen. Die Diskussionen zwischen Marco und dem Personal bekam zum Glück ein Mitarbeiter der Lufthansa mit, der in der Nähe war. Was seine Kollegen in Stuttgart empfohlen hatten, wollte er nicht glauben. Das würde allen Vorschriften widersprechen. Ein nicht angetretener Flug würde automatisch storniert. Er rief dennoch in Stuttgart an und ließ sich den Sachverhalt bestätigen. Damit konnte er dann auch erreichen, dass Jijo den Flieger nehmen durfte. Jetzt mussten die Koffer eingecheckt werden. Bei Oman-Air seien nur 30 kg Gepäck erlaubt. Jijo könne sich entscheiden, ob ein kompletter Koffer in München bleibt oder er die 16 kg Mehrgewicht  auspackt. Alles Weinen und Erklären - die Mitbringsel, die er für seine Familie und Freunde gekauft hätte, könne er unmöglich zurücklassen - hilft nicht, jedoch kann schließlich das Gepäck gegen eine Zusatzgebühr aufgegeben werden. Die Airline erklärt, dass auch bei einem Start in Stuttgart das Gepäck in München nachgewogen worden wäre und so nicht an Bord gegangen wäre. Die
„Strafgebühr“ übernimmt Marco, weil Jijo gar nicht so viel Geld gehabt hätte, sie zu bezahlen. So hat sich der verpasste Flug nachträglich als Segen (Göttliche Fügung?) herausgestellt, hätten wir doch von Ferne beim Koffer-Gewichtsproblem in München nicht helfend eingreifen können.
21.20: Jijo ist am Gate und schickt eine WhatsApp-Nachricht, dass das Boarding um 21.30 startet. Ich wünsche ihm einen guten Flug. Seiner humorvollen Antwort merkt man die Erleichterung an, dass nun hoffentlich alles glattgeht. Wir verfolgen im Internet die Flugdaten. Es scheint keine Komplikationen zu geben. Marco sucht sich derweil ein Hotelzimmer in der Nähe des Flughafens; an eine Rückfahrt in der Nacht war nicht mehr zu denken.
06.40: Nach der Landung in Maskat kein Status / Lebenszeichen von Jijo.
11.00: Auch keine Nachricht nach der Landung in Indien. Unsere Kontaktaufnahme scheitert.
14.00: Jijo meldet sich auf dem Weg von Thiruvananthapuram nach Hause, dass der Akku seines Handys leer gewesen sei und er es erst in dem Lokal, wo er seine Familie wiedergetroffen hat,  habe laden müssen. Auch Marco war inzwischen wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. So ging eine „Reise mit Hindernissen“ doch noch gut zu Ende.
Matthias Dohmen

Jijo sagt Ade

Ich möchte mich für die hervorragende Unterstützung in meinem Freiwilligendienst bedanken. Der Zuspruch, den och nach meiner Vorstellung meiner Ziele und Aufgaben im Ge­meindeblatt Kontakte und im Gottesdienst erfahren habe, hat mir den Start leichter gemacht. Was mir am meisten bedeutet, ist, dass jeder mehr tut, als ich erwartet habe. Ihr Leute geht ein paar Schritte über meine Vorstellungskraft hinaus. Manchmal scheint es, als würdet ihr euch noch besser an meine Erfolge erinnern als ich selber. Ich freue mich über die Erkenntnis zu sehen, wie meine Talente etwas bewirken können und Sie haben mich zu einem Gläubigen gemacht. Nach jedem Gespräch mit den einzelnen Personen, die ich getroffen habe, fühle ich mich sicherer und fähiger und dafür bin ich immer dankbar. Am Ende meines Dienstes nehme ich viele schöne Erinnerungen aus Oberndorf mit und möchte Familie Dohmen, Familie Brehm, Familie Kessel, Pfarrer Martin, den KollegInnen vom Tafelladen und Altenheim danken.              
Jijo Joseph

Auf Wiedersehen!

Liebe Gemeindemitglieder der Gemeinden der SE Raum Oberndorf, liebes Pastoralteam,
am 8. Juni 2019 wurde ich in Stuttgart, St. Georg zum ständigen Diakon geweiht. Damit endete auch die Zeit meiner pastoralen Ausbildung in St. Michael und den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf. Für diese drei Jahre voller neuer Erfahrungen, Einblicke und Begegnungen bin ich sehr dankbar. Zurückblickend werden mir immer viele sehr offene Menschen in Erinnerung bleiben, sehr engagierte Männer und Frauen in den Gemeinden, Mitbauerinnen und Mitbauer am Reiche Gottes. Sehr früh und sehr oft konnte ich in zahlreichen Gottesdiensten, bei Taufen, Trauerfeiern, Andachten und Hochzeiten praktische Erfahrungen in der Feier von Sakramentalien und der Spendung von Sakramenten feiern. Über diese drei Jahre konnte ich beinahe alle Feiern und Feste eines Kirchenjahres mitgestalten und mitfeiern. In vielen Veranstaltungen und Gesprächsrunden konnte ich meinen Erfahrungsschatz erweitern. Das Pastoralteam und dessen jeweilige Leiter ermöglichten mir außerdem viele Einblicke in die pastoralen Strukturen und die pastorale Arbeit.
Ich danke den jeweiligen leitenden Pfarrern Albrecht Zepf und Martin Schwer, wie auch dem ganzen Pastoralteam für diese Zeit der Ausbildung und für das große Vertrauen, welches mir vom ersten Tage an  geschenkt wurde. Ich danke sehr für das Ermöglichen unzähliger Erfahrungen.
Vor allem aber danke ich auch meinem Ausbildungsbegleiter und Mentor Diakon Thomas Brehm der mich durch diese Ausbildung hindurch begleitet hat. Begleitet weit über das erlernen pastoraler Dienste hinaus. – Vielen Dank!
Der ganzen Kirchengemeinde St. Michael in Oberndorf wie auch allen Mitgliedern der Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit wünsche ich eine GEISTreiche Zukunft und Gottes Segen. Seid behütet.                              
Armin Kaupp